• vom 10.10.2017, 17:00 Uhr

Mensch


Bioengineering

Dünndarm aus Stammzellen




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  • US-österreichischer Forscher stellte vier Zentimeter langes Organstück her.

Boston/Wien. Die Suche nach Wegen zur Entwicklung biologischer Kunstorgane ist eines der großen Themen in der medizinischen Forschung. Dem aus Österreich stammenden Chirurgen Harald Ott von der Harvard Medical School und seinem Team ist es nun gelungen, ein vollständiges, funktionierendes Stück Dünndarm herzustellen und in eine Ratte zu transplantieren, berichten sie im Fachblatt "Nature Communications".

Als Ausgangsmaterial solcher Kunstorgane verwenden die Forscher Organe toter Tiere oder Menschen, die mit einem speziellen Verfahren von allen Zellen befreit werden. Übrig bleibt dann nur noch ein Gerüst aus sogenannter extrazellulärer Matrix (ECM). Diese ruft, wenn sie später in einen fremden Organismus verpflanzt wird, keine Abstoßungsreaktionen hervor.

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Die ECM wird dann in einem Bioreaktor mit frischen Zellen des entsprechenden Gewebes wieder besiedelt. Dafür braucht es embryonale Zellen in einem Stadium, in dem sie sich sozusagen noch nicht entschieden haben, welche Gestalt sie annehmen.

Auf diese Art und Weise stellten die Forscher schon eine Kunstniere her, die im Labor bis zu 23 Prozent und nach Transplantation in eine lebende Ratte bis zu zehn Prozent der Funktion einer normalen Niere erreichte. Eine biologische Kunstlunge funktionierte bis zu zwei Wochen im lebenden Tier.

Aufgabe ausgeführt
Erstmals wurde die Technologie nun auf den Dünndarm angewendet. Verliert nämlich ein Patient größere Teile dieses Organs, dann ist die Versorgung des Körpers mit wichtigen Nährstoffen besonders schwierig. Oft sind diese Menschen auf künstliche Ernährung angewiesen.

Nach dem Einsetzen des vier Zentimeter langen Darmstücks in das Tier floss durch den hergestellten künstlich-echten Dünndarm tatsächlich Blut, wie die Forscher berichten. Außerdem erfüllte er nach einigen Wochen auch seine Aufgabe, in dem er Glucose und Fettsäuren erfolgreich vom Inneren des Darms an die Blutgefäße weitergab.

Als nächsten Schritt wollen Ott und sein Team die Methode auf größere Strukturen ausweiten. "Damit wollen wir herausfinden, ob wir wirklich einen Dünndarm herstellen können, der menschlichen Patienten helfen kann", erklärt der Wissenschafter. Der Vorteil wäre dementsprechend, dass man keinen in seiner Funktion eingeschränkten Darmersatz bereitstellen würde, sondern es sich um ein Organ handeln würde, das hilft, den Patienten zu ernähren. Ott hat in den letzten Jahren mit seiner Arbeit schon mehrmals für Aufsehen gesorgt. Er baute in Bioreaktoren Herz, Lunge und Nieren von Ratten nach, die - wenn auch in reduziertem Ausmaß - funktionstüchtig waren.




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Dokument erstellt am 2017-10-10 16:19:06



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