• vom 14.11.2017, 17:00 Uhr

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Welternährung

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Von Alexandra Grass

  • Mit biologischem Landbau könnte die Weltbevölkerung ernährt und nebenbei noch das Klima geschont werden.

Massentierhaltung versus glückliche Kuh. Bei drastischer Reduktion der Produktion wäre dies global möglich.

Massentierhaltung versus glückliche Kuh. Bei drastischer Reduktion der Produktion wäre dies global möglich.© Fotolia/Superingo/photo5000 Massentierhaltung versus glückliche Kuh. Bei drastischer Reduktion der Produktion wäre dies global möglich.© Fotolia/Superingo/photo5000

Wien. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich an die zehn Milliarden Menschen den Erdball bewohnen. Doch wie lässt sich bei dieser schieren Bevölkerungsexplosion künftig die Welternährung überhaupt sicherstellen? Dieser Frage ist ein Wissenschafterteam nachgegangen. Die Lösung könnte in einer breiten Umstellung hin zu biologischer Landwirtschaft liegen. Biolandbau schont nämlich nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern kann sogar die Weltbevölkerung versorgen, betont der an der Studie beteiligte Sozialökologe Karlheinz Erb vom Institut für soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt.

Das hört sich gut an, andererseits scheint es jeder Logik zu widersprechen. Denn Bio wird nicht immer nur mit positiven Attributen in Verbindung gebracht. Biolandbau benötigt mehr Platz, bringt weniger Ertrag und die Produkte sind für den Konsumenten zumeist wesentlich teurer zu erstehen. Dass dem nicht so sein muss, erklärt Erb im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".


Beispiel Viehzucht
Nehmen wir als Beispiel die Viehzucht. Vor der Industrialisierung wurde alles vom Tier verwendet, heute wird nur das Fleisch verspeist. "Tiere fressen etwas und produzieren daraus etwas, was wir lieber haben als das, was sie fressen", bringt es der Forscher auf den Punkt. Rinder, Hühner & Co verwandeln Gras in Fleisch, Milch und Eier.



Um möglichst viele der nahrungstechnisch relevanten Produkte zu erhalten, werden Tiere nicht selten unter widrigsten Umständen zu Massen gehalten. Um diese wiederum ernähren zu können, reicht Gras schon lange nicht mehr aus. Und so werden große Teile der landwirtschaftlichen Flächen zum Anbau von Futterpflanzen genutzt. Mehr Tiere, mehr Raum, noch mehr Futter, noch mehr Raum. Die Spirale lässt sich weiterdrehen. Würde nun die aktuell große Nachfrage durch Biorinder und -henderln gedeckt, würde der Platzbedarf tatsächlich ins Unermessliche steigen. Das wäre zwar förderlich für die Biodiversität, brächte aber hohe Emissionen an Kohlendioxid und Methan mit sich. Zudem wäre weiterer Holzabbau vorprogrammiert.

Die Wissenschafter bewegten in ihrem Szenario daher ganz bestimmte Hebel, um dem biologischen Landbau - auch zum Wohle der Umwelt - dennoch den Vorzug geben zu können. In erster Linie müsste die Fleischproduktion um zwei Drittel reduziert werden, betont Erb. In diesem Ausmaß könnten einerseits die Tiere mit dem bestehenden Grasland futtertechnisch ihr Auslangen finden, andererseits könnte in Folge das gesamte Ackerland für die Nahrungsproduktion des Menschen genutzt werden.

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Dokument erstellt am 2017-11-14 17:11:15



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