• vom 22.11.2017, 16:45 Uhr

Mensch


Medizin

Viele Therapien, wenige Ärzte




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Von Alexandra Grass

  • Der Zugang zu Rheumatologen ist regional unausgeglichen.

Schmerz, Schwellung, Morgensteifigkeit - Hinweise auf Rheuma.

Schmerz, Schwellung, Morgensteifigkeit - Hinweise auf Rheuma.© Fotolia/adiruch na chiangmai Schmerz, Schwellung, Morgensteifigkeit - Hinweise auf Rheuma.© Fotolia/adiruch na chiangmai

Wien. Alles, was im Bewegungsapparat wehtut und nicht durch eine Verletzung bedingt ist - so lautet die vereinfachte Definition für rheumatische Erkrankungen, wie sie Klaus Machold von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Wiener Uniklinik Dienstag im Vorfeld der bis Samstag in Wien stattfindenden Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) vorbrachte. Um diese Menschen zu versorgen, leistet die Pharmaindustrie ganze Arbeit. Seit 1999 kommen fast im Jahrestakt neue Arzneien auf den Markt. Die Palette sei hilfreich, um für jeden Patienten das geeignete Präparat zu finden.

Dabei handelt es sich vorwiegend um Krankheits-modifizierende Medikamente, denn eine Heilung lässt sich bei rheumatischen Erkrankungen nicht herbeiführen. Im Vordergrund steht die Linderung der Symptome, die in fortgeschrittenem Stadium die Lebensqualität massiv einschränken können. Rheumatiker würden zudem früh an den Sekundärfolgen der Erkrankung sterben - etwa durch Gefäßverkalkung.


Um dem vorzubeugen, setzen die Rheumatologen schon sehr früh mit der Medikation an - manchmal sogar schon bevor noch eine eindeutige Diagnose vorliegt, so Machold. In erster Linie kommt dabei Methotrexat zum Einsatz, eine Substanz, die in höheren Dosen auch bei Krebs eingesetzt wird. Wirkt diese nicht ausreichend, wird bis zu den modernen zielgerichteten Substanzen gegriffen.

Dazu bedarf es aber nicht nur zielführenden Einsatz, sondern auch Fachwissen, um nicht Patienten zu behandeln, deren Symptome möglicherweise ganz andere Ursachen haben. Während der Wiener Bevölkerung eine Vielzahl an Rheumatologen zur Wahl stehen, herrsche im ländlichen Bereich ein deutlicher Mangel, stellte ÖGR-Präsident Rudolf Puchner fest. Schlusslicht sei das Burgenland mit nur einem einzigen internistischen Rheumatologen für mehr als 270.000 Einwohner. Mit unterschiedlichsten Aktionen wie etwa der Rheuma Summer School soll der Nachwuchs für das Spezialfach begeistert werden, um eine gute Versorgung für die Bevölkerung sicherstellen zu können.




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Dokument erstellt am 2017-11-22 16:50:09



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