• vom 12.02.2018, 16:16 Uhr

Mensch

Update: 12.02.2018, 16:40 Uhr

Komasaufen

Alkohol schädigt Knochenaufbau in jungen Jahren




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    Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm das Team Blutproben, um Marker für den Knochen- und Muskelstoffwechsel zu bestimmen. Nach den zwei Monaten wurden auch Proben von für Brüche anfällige Knochen untersucht.

    Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm das Team Blutproben, um Marker für den Knochen- und Muskelstoffwechsel zu bestimmen. Nach den zwei Monaten wurden auch Proben von für Brüche anfällige Knochen untersucht.© APA Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm das Team Blutproben, um Marker für den Knochen- und Muskelstoffwechsel zu bestimmen. Nach den zwei Monaten wurden auch Proben von für Brüche anfällige Knochen untersucht.© APA

    Wien. (est) Wer über längere Zeit regelmäßig Alkohol trinkt, schadet nicht nur seinen Organen, sondern auch seinen Knochen. Alkoholsucht erhöht nachweislich das Risiko für Osteoporose: Die Knochenmasse baut ab und der Knochen-Stoffwechsel verschlechtert sich. Eine Pilotstudie der Medizinuni Wien legt nun nahe, dass sich exzessiver Alkoholkonsum, Komasaufen genannt, bereits bei Jugendlichen negativ auswirkt: Wer in der Jugend regelmäßig exzessiv trinkt, könnte seine Knochen nachhaltig schädigen, noch bevor der Höhepunkt des Knochenaufbaus mit 20 Jahren erreicht ist.

    In Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien gab das Team in einem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt jungen Schweinen zwei Monate lang zwei Mal wöchentlich ein Alkohol-Apfelsaft-Gemisch zu trinken. Eine Tagesdosis betrug 1,4 Gramm reinen Alkohols pro Kilo Körpergewicht. "Bei einem Mann mit 70 Kilo würde das sieben Gläsern Bier zu je 350 Millilitern entsprechen", sagt Peter Pietschmann vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinuni Wien.


    Weniger Phosphor und Kalzium
    Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm das Team Blutproben, um Marker für den Knochen- und Muskelstoffwechsel zu bestimmen. Nach den zwei Monaten wurden auch Proben von für Brüche anfällige Knochen untersucht.

    "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Knochenneubildung verringert ist", so Pietschmann. Neben Veränderungen im Knochen hätten die Blutproben verminderte Phosphor- und Kalziumspiegel gezeigt, wie es auch beim Menschen typisch für Veränderungen durch Alkoholkonsum sei. Wenn sich die Hypothese, dass Trinken die Knochenneubildung stört, in weiteren Tests erhärtet, können junge Menschen mit dem Problem ihre Knochenmasse nicht so weit aufbauen wie normalerweise.




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    Dokument erstellt am 2018-02-12 16:20:27
    Letzte nderung am 2018-02-12 16:40:29



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