• vom 29.04.2015, 17:13 Uhr

Wissen

Update: 29.04.2015, 21:02 Uhr

WHO

Antibiotika versagen immer öfter




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (30)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online

  • Gesundheitsbehörden unterschätzen das Problem.

Information der WHO zur Resistenz gegen Antibiotika.

Information der WHO zur Resistenz gegen Antibiotika. Information der WHO zur Resistenz gegen Antibiotika.

Genf. Antibiotika bleiben immer öfter wirkungslos, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Krankheiten, die sich lange behandeln ließen, verlaufen immer tödlich verlaufen. Grund ist der unsachgemäße Gebrauch von Medikamenten,

Laut der WHO wird das Problem von den Gesundheitsbehörden der meisten Staaten weitgehend ignoriert. Damit wachse die Gefahr, dass die Mittel zunehmend gegen Bakterien versagen. Während die Zahl der Infektionen mit resistenten Bakterien steigt, werden nur wenige neue Antibiotika entwickelt. Wie die WHO ausführt, droht damit der Gesellschaft eine Rückkehr zu Verhältnissen, wie sie vor der Entdeckung der Antibiotika herrschten, als Kinder oft an einer einfachen Lungenentzündung starben und Ärzte gegen Meningitis machtlos waren.

Werbung

In ihrer Untersuchung der Gesundheitspolitik von 133 Staaten kommt die Organisation zu dem Schluss, dass die Probleme alle Kontinente betreffen. Den Missbrauch zu bekämpfen, sei "heute die größte Herausforderung im Kampf gegen Infektionskrankheiten", erklärte der stellvertretende WHO-Direktor Keiji Fukuda.

Der Studie zufolge existieren nur in 34 der 133 untersuchten Staaten umfassende Strategien, um die Resistenzen gegen Antibiotika und andere antimikrobielle Arzneimittel zu bekämpfen. Sorge bereitet der WHO unter anderem, dass viele der Mittel nach wie vor ohne ärztliche Rezepte zu haben sind. Vor allem in Afrika sorgen demnach billige gefälschte Medikamente für Probleme, deren Inhaltsstoffe laut WHO selten die richtige Dosierung haben.

In vielen Ländern fehlten außerdem Richtlinien, die eine unkontrollierte Verschreibungspraxis durch Ärzte und eine unsachgemäße Einnahme durch Patienten verhindern könnten. Mangelnde Aufklärung sorge selbst in Europa dafür, dass viele Menschen immer noch fälschlicherweise glaubten, Virusinfektionen ließen sich durch Antibiotika bekämpfen, kritisierte der Bericht.

Herbizide als Auslöser?  

Was die WHO allerdings in dem Bericht nicht erwähnt: Eine kürzlich im im Mikrobiologie-Journal mBIO veröffentlichte Studie stellt einen Zusammenhang zwischen den verbreiteten Herbiziden Glyphosat, 2,4-D und Dicamba und des Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika her. Betroffen sind laut der Untersuchung Ampicillin, Ciprofloxacin und Tetracycline.




3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-04-29 09:17:08
Letzte ńnderung am 2015-04-29 21:02:10



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Klimawandel bringt Konflikte
  2. Forscher beobachten "Kilonova"
  3. Chinesisches Raumlabor stürzt "bald" ab
  4. Chemie-Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie
  5. Umweltwächter im All
Meistkommentiert
  1. Im Sand verlaufen
  2. Hatschi!
  3. Frauen großzügiger als Männer
  4. Schmarotzer mit Feuerkraft
  5. Am Gängelband der Gestapo

Werbung




Werbung


Werbung