• vom 11.04.2012, 19:00 Uhr

Natur

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Vogelorientierung bleibt rätselhaft



  • Forscher in Wien widerlegten bisherige These über bestimmte eisenhaltige Zellen.

Kraniche - nicht die des Ibykus - auf Reisen.

Kraniche - nicht die des Ibykus - auf Reisen.© dpa Kraniche - nicht die des Ibykus - auf Reisen.© dpa

Wien. (apa/ski) Der Orientierungssinn der Vögel bleibt ein Rätsel: Forscher vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien haben die bisherige Annahme widerlegt, dass bestimmte eisenhaltige Zellen im Schnabel die Tiere das Erdmagnetfeld wahrnehmen lassen und ihnen so die sichere Navigation ermöglichen. Offenbar handelt es sich dabei "nur" um weiße Blutkörperchen. Die im neuen "Nature"-Heft publizierten Resultate "werfen leider mehr Fragen auf, als sie beantworten", so der Molekularbiologe David Anthony Keays. "Es setzt das ganze Fachgebiet wieder an den Start."

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Christoph Treiber und Marion Salzer aus Keays’ Forschungsgruppe wollten eine deutsche Studie replizieren, die an Tauben im Schnabelbereich jene eisenhaltigen Nervenzellen aufgespürt hatte, denen die Wissenschaft seither den Magnetsinn zuschrieb. Zunächst untersuchte man im IMP eine Gruppe deutscher Tauben - und fand die Zellen nicht. Bei einer weiteren Gruppe stellte sich das Unterfangen als ebenso schwierig heraus, "sowohl der genaue Ort als auch die Anzahl dieser Zellen unterschied sich von Tier zu Tier gewaltig", berichtet Keays. "Wir dachten, wir machen irgendetwas falsch."

Die Lösung brachte eine infizierte Taube: Um den Infektionsherd fanden die Forscher zehntausende dieser Zellen. "Da haben wir verstanden, dass es sich um weiße Blutkörperchen handelt, die eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen spielen. Eisenhaltig sind sie, weil sie das Eisen aus den roten Blutkörperchen recyceln", so Keays. Für ihn ist das Ergebnis "unglaublich frustrierend", denn die Vogelorientierung bleibt ein Geheimnis.

"Wir suchen wie verrückt"
Außer Frage steht, dass Vögel - wie Schildkröten, Bienen und vielleicht auch Kühe - fähig sind, Magnetfelder wahrzunehmen. Dazu Keays: "Irgendwo müssen die Zellen dafür sein. Wir suchen wie verrückt nach ihnen. Aber momentan muss ich sagen: Ich weiß einfach nicht, wo sie sind."




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Dokument erstellt am 2012-04-11 16:17:04


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