
Sonnenchronik: Die Dauer der lichten Tage sinkt nun immer stärker, im August vom 1. mit 15 Stunden bis zum 31. auf 13 Stunden 26 Minuten. Ab Sonnenuntergang verkürzt sich die bürgerliche Dämmerung von 37 auf 33 Minuten; mit ihrem Ende werden die ersten Sterne sichtbar und dann steht die Sonne 6 Grade unter dem mathematischen Horizont. Die nautische Dämmerung endet bei 12 Graden Sonnentiefe - dann ist es fast volle Nacht; sie verkürzt sich von 1 Stunde 24 am 1. auf 1 Stunde 12 Minuten am 31.
Am 22. um 19.07 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit zieht im Freiluftplanetarium Sterngarten die helle Schattenmitte der Lochscheibe am Nordpfeiler über die Querspange am Nordweg mit dem Datum 23. Aug. und dem Jungfrausymbol; der Unterschied im Datum zeigt den Fehler unseres gregorianischen Kalenders an, den die Schaltregel alle vier Jahre im Mittel fast ganz beseitigt.
Mondchronik: Am Abend des 1. ist der Mond für das freie Auge schon ganz rund; er wird 8 Stunden später am 2. im Wassermann zum Vollmond. Die perspektivische Schwankung der Mondkugel, die Libration, lässt uns am 4. den Mondsüdpol randfern und den Fleck Grimaldi so nah als möglich am linken Mondrand sehen. Das Letzte Viertel tritt am 9. im Widder ein und am 10. durchläuft der Mond im Stier seine Erdferne. Am 11. und 12. finden wir den Mond unweit Jupiter und tags darauf zieht er in höchster Himmelsbahn, immer noch im Stier, vom Auf- bis zum Untergang. Bei der Venus steht er am 13. und 14. und einen Tag später sorgt die Libration für einen randfernen Mondnordpol. Am 16. sehen wir die feine Altlichtsichel nahe Merkur tief in der ostnordöstlichen Morgendämmerung als letzte sichtbare Mondphase vor dem Neumond am 17. Als zarte Neulichtsichel erscheint der Mond am 19. wieder tief in der Abenddämmerung nahe Westen. An dem neben Mars stehenden Saturn geht er am 21. und 22. vorbei. In Erdnähe steht er am 23. in der Waage und erreicht das Erste Viertel am 24. im Skorpion. Am 25. zieht er im Schlangenträger in niedrigster Bahn vom Aufgang bis zum Untergang über den Himmel.
Bequem können wir mit Fernglas die Mondlandschaften betrachten. Im Planetarium wird uns eine besondere Annehmlichkeit geboten: Wir können das Fernglas auf der Horizontbrüstung aufstützen! Das Sternenboten-Heft 4/2003 mit Beschreibung der Mondlandschaften und Mondkarte ist gratis auf Wunsch vom Astronomischen Büro erhältlich. Am 31. lässt uns die Libration nochmals den Südpol randfern und den Fleck Grimaldi randnah sehen. Obendrein gibt es eine weitere Besonderheit: einen zweiten Vollmond im August! Im englischen Sprachgebrauch wird dieser "Blue Moon" genannt.