• vom 18.10.2012, 20:00 Uhr

Natur

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Mond von der Erde abgesplittert



  • Das Rätsel um die Entstehung des Mondes scheint nun gelöst zu sein.

Bern. Viele Monde, die um Planeten in unserem Sonnensystem kreisen, sind offenbar durch gigantische Kollisionen entstanden. Dies legen neue Studien aus der Schweiz und den USA nahe. Bei der Entstehung des Sonnensystems muss es zugegangen sein wie auf einer Bowlingbahn: Umherfliegende Himmelskörper krachten in die Planeten oder ineinander, das abgesplitterte Material verdichtete sich zu Trabanten.

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Eismonde des Saturns

Der riesige Titan ist einer der Saturn-Monde.

Der riesige Titan ist einer der Saturn-Monde.nasa Der riesige Titan ist einer der Saturn-Monde.nasa

"Diese Satelliten-Kollisionen sind Prozesse, die nicht sehr gut verstanden sind", so Andreas Reufer von der Uni Bern. "Die Computermodellierung eröffnet neue Möglichkeiten, um die Planetenentstehung zu verstehen." Ein solches Szenario hat Reufer mit Erik Asphaug von der University of California für die ungewöhnlichen Eismonde des Saturns modelliert, schreiben sie im Fachblatt "Icarus". Der Saturn-Mond Titan wuchs demnach durch etliche Kollisionen auf seine Größe, die 50 Prozent größer ist als die unseres Mondes. Jeder Einschlag kombinierte die Massen der kollidierenden Körper und setzte eine Familie von mittleren Monden frei.

Ihr Computermodell legt nahe, dass Saturn seine Satelliten ähnlich erhalten hat wie die Sonne ihre Planeten. Auch unser Mond stammt wohl aus so einer gewaltigen Kollision. Forscher der Uni Harvard haben mit einem Modell die Theorie aufgestellt, dass der Mond einst Teil der Erde war und nach einer Kollision abgesplittert wurde, berichten sie in "Science".

Widerlegen einer Theorie
Damit sei das Rätsel gelöst, warum sich die Erde und der Mond in Zusammensetzung und Chemie so stark gleichen, so Matija Cuk und Sarah Stewart. Ihnen zufolge rotierte die Erde vor dem Einschlag viel schneller als heute - ein Tag dauerte nur zwei oder drei Stunden. Bei so einer schnellen Rotation könnte ein Einschlag genug Material weggeschleudert haben, um den Mond zu bilden.

Die Resultate widerlegen laut "Science" nun die Theorie, dass der Mond aus dem Material eines marsgroßen Planeten besteht, der in die Erde gekracht ist.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-18 16:38:05
Letzte Änderung am 2012-10-18 16:43:12


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