• vom 13.02.2013, 17:28 Uhr

Natur

Update: 13.02.2013, 21:54 Uhr

Asteroidenabwehr

Asteroid gefährdet Satelliten




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Von Heiner Boberski

  • Am 15. Februar kommt ein Gesteinsbrocken aus dem All der Erde bedenklich nahe
  • Ablenken oder Zerstören gefährlicher Himmelskörper ist noch Zukunftsmusik.



Wien. Nur die wenigen, die schon am 21. Dezember enttäuscht waren, dass mit dem Ablauf des Maya-Kalenders die Welt nicht untergegangen ist, werden es wohl auch am Freitagabend sein. Denn der am 15. Februar - zumindest bei klarem Himmel, den es aber laut Wettervorhersage kaum geben wird - ab 20.38 Uhr von Wien aus mit dem Fernglas sichtbare Asteroid "2012 DA 14" wird nach einhelliger Meinung der Astronomen auf der Erde keinen Schaden anrichten.

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Immerhin möglich, wenn auch extrem unwahrscheinlich, wäre aber eine Kollision des Asteroiden mit einem der in etwa 36.000 Kilometer Höhe positionierten Satelliten. da sich der Himmelskörper der Erde auf rund 27.000 bis 28.000 Kilometer Distanz nähert. Das mutmaßlich aus Silikatgestein bestehende Objekt dürfte etwa 45 Meter Durchmesser haben und sich mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Kilometern pro Sekunde (29.000 km/h) bewegen - zunächst durch die Sternbilder Jungfrau und Haar der Berenike, später durch das Sternbild der Jagdhunde in den Großen Bären. Die Helligkeit, so die Astronomen, dürfte jener des Planeten Neptun entsprechen.

Unterschiedliche Kaliber von Asteroiden
Der Einschlag eines riesigen Asteroiden gehört zu den bekanntesten und im Grunde auch zu den am ehesten realistischen Weltuntergangsszenarien. Der Astronom Wolfgang Baumjohann, der in Graz das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften leitet, sieht aber in Asteroiden von der Größe von 2012 DA 14 allenfalls eine regionale, aber keine globale Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ein solches Objekt auf der Erde nur unbewohntes Gebiet trifft - wie der berühmte Asteroid von Tunguska, der 1908 in Sibirien 2000 Quadratkilometer Wald mit Millionen Bäumen flachlegte. Würde eine Großstadt oder ein Atomkraftwerk betroffen, hätte das verheerende Folgen, bei einem Einschlag im Meer wäre auch ein Tsunami im Ausmaß der Fukushima-Katastrophe denkbar.

Ein anderes Kaliber ist schon der im Jahr 2004 entdeckte Asteroid Apophis, der 300 Meter Durchmesser aufweist und am 13. April 2029 der Erde sehr nahekommen wird. Experten schließen aber auch in diesem Fall eine Kollision aus. Allerdings nähert sich dieser Asteroid bereits 2036 wieder der Erde, die genaue Distanz dabei lässt sich noch nicht berechnen.

Für Wolfgang Baumjohann steht jedenfalls fest, dass es, wenn sich ein wirklich riesiger Asteroid der Erde nähert, eine Vorwarnzeit von mehreren Jahren, wenn nicht Jahrzehnten geben wird. Sogar der aktuelle kleine 2012 DA 14 wurde bereits am 23. April 2012 entdeckt. Seit den 1990er Jahren halten Astronomen systematisch nach möglicherweise bedrohlichen Asteroiden Ausschau, dabei haben sie noch nie ein Objekt in der Größe von 2012 DA 14 gesehen, das der Erde so nahe kommt. Fazit: Je größer ein Asteroid ist, umso gefährlicher ist er, umso früher wird er aber auch entdeckt.

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Dokument erstellt am 2013-02-13 17:32:04
Letzte Änderung am 2013-02-13 21:54:41



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