• vom 14.11.2013, 17:01 Uhr

Natur


Schwarze Löcher

Schwarze Löcher schießen Eisen und Nickel in das All




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    Wien. (dpa/est) Schwarze Löcher schlucken nicht alles, sondern sie geben auch etwas ab. Denn bevor Materie den Schwerkraftmonstern so nahe kommt, dass sie unwiederbringlich eingesogen wird, sammelt sie sich in einer schnell rotierenden Scheibe. Aus dieser Akkretionsscheibe schießen mächtige Materie-Strahlen (Jets) senkrecht nach oben und unten ins All. Astronomen um María Díaz Trigo von der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben nun herausgefunden, dass diese Fontänen aus Eisen und Nickel bestehen. Die Wissenschafter wurden Zeugen dieses Ereignisses über die Instrumente des Radioastronomie-Forschungszentrums Icrar in Australien.

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    Bekannt war das Phänomen der Jets, nicht aber ihre Zusammensetzung. "Wir wissen seit langem, dass die Jets Elektronen enthalten, aber keine (für Elektronen charakteristische, Anm.) negative elektrische Ladung besitzen. Also muste es in ihnen etwas positiv Geladenes geben", erläutert Ko-Autor James Miller Jones vom Icrar im Fachblatt "Nature". "Bis jetzt war aber nicht klar, ob die positive Ladung von Positronen kommt - dem Antimaterie-Gegenpart der Elektronen - oder von positiv geladenen Atomen."

    Die Analyse der Strahlung aus den Jets des Schwarzen Lochs förderte nun zutage, dass ein erheblicher Anteil der Jets aus Atomen unterschiedlicher Elemente besteht. Charakteristische Spektrallinien sind die Fingerabdrücke von Eisen- und Nickelatomen. Da Atome sehr viel schwerer sind als Positronen, können die Jets über sie mehr Energie aus dem System wegtragen als mit Strahlen aus Elektronen und Positronen.

    Die Messungen zeigen auch, dass die Jets mit knapp 200.000 Stundenkilometern pro Sekunde ins All hinausschießen, oder zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit. Angetrieben werden sie von der schnell rotierenden Akkretionsscheibe - und nicht vom Schwarzen Loch selbst.




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    Dokument erstellt am 2013-11-14 17:05:04



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