• vom 23.01.2014, 17:02 Uhr

Natur


Ceres

Ceres nicht so soft wie gedacht




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  • Ein Zwergplanet, der stündlich sechs Kilogramm Wasserdampf speit.

Ceres ist im trockenen Asteroidengürtel beheimatet.

Ceres ist im trockenen Asteroidengürtel beheimatet.© ap/hopd Ceres ist im trockenen Asteroidengürtel beheimatet.© ap/hopd

Wien. (gral) Sie speit pro Stunde rund sechs Kilogramm Wasserdampf ins All. Ceres, die zwischen Mars und Jupiter im Asteroidengürtel ihre Bahn zieht, ist damit ein sehr ungewöhnlicher Zwergplanet und sorgt bei Astronomen für eine Überraschung.

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Es dürfte so etwas Ähnliches wie Geysire sein, was die im Jahr 1801 von Giuseppe Piazzi entdeckte Ceres so lebhaft werden lässt, wie ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature" berichtet. Lange wurde der nach der römischen Göttin des Ackerbaus benannte Zwergplanet als Asteroid gehandelt.

Für gewöhnlich ist der Asteroidengürtel eine eher trockene Region im Weltall - das große Wasservorkommen auf Ceres demnach eine Besonderheit. Die Wissenschafter vermuten, dass Ceres eine ganze Schicht aus Eis unter ihrer Kruste beherbergt. Der Zwergplanet ist mit rund 1000 Kilometer Durchmesser der größte und massenreichste Himmelskörper in dieser Region des Weltalls und stand schon viel länger unter dem Verdacht, wesentlich wasserreicher zu sein als seine Nachbarn.

Zwischen 2011 und 2013 haben Experten um Michael Küppers von der Europäischen Weltraumagentur ESA Ceres mit dem Weltraumteleskop Herschel genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde an zwei Stellen der Austritt von Wasserdampf beobachtet. Auf dem Zwergplaneten könnte es zudem mehr Wasser geben als in allen Meeren der Erde zusammen. Vermutlich besitzt der Himmelskörper eine Wärmequelle in seinem Kern, die das Wasser unter dem Eispanzer flüssig hält.

Raumsonde "Dawn"
Frühestens Anfang 2015 werden die ESA-Wissenschafter nähere Details in Erfahrung bringen können. Dann erreicht nämlich die Raumsonde "Dawn" den Zwergplaneten und wird ihn mehrere Monate lang erkunden. Und dann wird auch endgültig klar sein, woher der Wasserdampf tatsächlich kommt.




Schlagwörter

Ceres, Weltraum, ESA, Zwergplanet, Wasser

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Dokument erstellt am 2014-01-23 17:05:10



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