• vom 28.05.2015, 17:00 Uhr

Natur


Weltraumforschung

Durch Kollisionen vereinigt




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  • Entstehung von Komet Tschuri mittels 3D-Simulation rekonstruiert.

Bern. Mit ihren 3D-Simulationen konnten ein Berner Forscher und sein US-Kollege nachvollziehen, was im frühen Sonnensystem geschah. "Kometen und ihre Vorläufer wurden in den äußeren Planetenregionen gebildet, vermutlich Jahrmillionen vor der Planetenentstehung", erklärte Martin Jutzi, Erstautor der Studie, am Donnerstag in einer Mitteilung der Universität Bern.

"Quietsch-Entchen-Form"
Die 3D-Rekonstruktion der Entstehung des Kometen 67P/Tschuriumov-Gerasimenko, den die Wissenschafter liebevoll "Tschuri" nennen, könnte entscheidende Informationen über die Anfangsphase der Planetenentstehung liefern, betonen die Forscher. Für die im Fachjournal "Science Express" veröffentlichte Studie haben sie rund 100 Simulationen von Kollisionen der Kometenbausteine durchgerechnet.

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In ihrer Computeranimation nähern sich zwei eisige Objekte mit einem Durchmesser von ungefähr einem Kilometer und stoßen mit Velo-Tempo zusammen. Dabei hinterlässt der kleinere Körper Material auf dem größeren. Sie rotieren schließlich gemeinsam, trennen sich wieder und stoßen nach etwa einem Tag erneut aneinander.

Dabei vereinen sie sich zu einem Objekt, das die bekannte "Quietsch-Entchen"-Form des Kometen "Tschuri" hat, auf dem die Raumsonde "Rosetta" im November 2014 erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Landefähre - "Philae" - absetzen konnte.

Die Simulationen erklären laut den Wissenschaftern den Aufbau des Kometenkerns: Die Ablagerung von Material bei den Zusammenstößen führt zu einem schichtweisen Aufbau, das Aneinanderheften zweier Brocken zur zweigeteilten Form.

Andere Raumfahrtmissionen konnten einen ähnlichen Aufbau auch bei anderen Kometen nachweisen. Auf 9P/Tempel 1 zum Beispiel fand die Nasa-Sonde "Deep Impact" im Jahr 2005 ähnliche Schichten. Etwa die Hälfte der bisher mit Raumsonden beobachteten Kometenkerne scheint aus zwei Objekten zusammengesetzt zu sein, erklärten die Wissenschafter.

Gemächliche Anfangsphase
Gemächliche Zusammenstöße, wie sie die 3D-Simulationen zeigen, sind überdies auch kompatibel mit der geringen Dichte dieser Kometen - sie pressen das Material nicht so stark zusammen.

"Diese langsamen Kollisionen geschahen vermutlich in der ruhigen Anfangsphase der Planetenentstehung vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren, bevor große Körper das System zu zerstörerischen Geschwindigkeiten anregten", erklärte Jutzi. Dies spreche für die Idee, dass die Kometenkerne ursprüngliche Reste einer frühen Anhäufung kleiner Körper seien.




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Dokument erstellt am 2015-05-28 16:35:07



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