• vom 05.11.2015, 16:28 Uhr

Natur


Vogelwarte

Vogelfreunde vor!




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  • Vogelwarte der Vetmeduni bekommt Außenstelle und setzt auf Bürgerbeteiligung.

Seebarn/Wien. Die im Frühjahr gegründete Österreichische Vogelwarte bekommt eine Außenstelle in Seebarn am Wagram (NÖ). Neben der Abwicklung lokaler Forschungsprojekte werden dort künftig vor allem Interessierte aus der Bevölkerung mit der vogelkundlichen Arbeit vertraut gemacht, erklärte der Leiter der Vogelwarte, Leonida Fusani, anlässlich der Eröffnung am Donnerstag.

Der Hauptsitz der Warte ist am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Wilhelminenberg in Wien-Ottakring angesiedelt. Deren zentrale Aufgabe ist es, die Beringungen von Zugvögeln auf nationaler Ebene zu koordinieren und Fundmeldungen durch internationalen Datenaustausch zu dokumentieren. Österreich bekam als letztes europäisches Land eine solche Vogelwarte. Davor wurden die Beobachtungen der Wanderungen der Vögel von Deutschland aus koordiniert.

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Von der neuen Außenstelle im ehemaligen Schulgebäude von Seebarn sollen nun vor allem lokale Projekte in Niederösterreich abgewickelt werden, erklärte Fusani, seit September 2014 Professor für Physiologie mit Schwerpunkt Ornithologie an der Vetmeduni und der Uni Wien. "Dort wird aber auch unsere Ausbildungsstelle sein, wo wir die neue Generation von Beringern und ehrenamtlichen Mitarbeitern trainieren, denn dafür haben wir dort die perfekte räumliche Situation", erklärte Fusani.

Zugvogel-Monitoring
Viele Aspekte der Vogelkunde - vor allem die Beringung und das Melden von Funden - seien typische Beispiele für "Citizen Science" (Bürgerwissenschaften). "Wir haben Glück, weil das Interesse für Vögel riesig ist", sagte Fusani. Trotz dieses Potenzials habe man bisher nicht die Möglichkeiten gehabt, die Leute in der richtigen Struktur auszubilden.

Der Standort in Niederösterreich soll wissenschaftlichen und Bildungszwecken sowie dem Kontakt mit der Öffentlichkeit dienen. Im Erdgeschoß wird es bald eine kleinere Ausstellung geben, in der die Forscher ihre Arbeit vorstellen. Außerdem schwebt Fusani eine Nutzung von Seminarräumen für Events und Informationsveranstaltungen für interessierte Laien vor.

In der wissenschaftlichen Arbeit befinde man sich an der relativ jungen Vogelwarte noch in der "Aufbauphase". Wichtig sei es, ein bundesweites Zugvogel-Monitoring zu etablieren. Da in Österreich bereits etwa 100 Beringer aktiv sind, gehe es hier in erster Linie um Verbesserungen in der Struktur. Außerdem werden sich die Forscher mit der Zählung von Brutvögeln an neuralgischen Orten beschäftigen. Informationen darüber, welche Arten in welcher Zahl dort brüten, erlauben wichtige Rückschlüsse auf die Veränderungen der verschiedenen Populationen und damit auf äußere Einflüsse, etwa durch den Klimawandel.




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Dokument erstellt am 2015-11-05 16:32:05



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