• vom 08.12.2015, 15:24 Uhr

Natur

Update: 08.12.2015, 15:44 Uhr

Klimawandel

Weniger Emissionen trotz Wachstums




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  • Rückgang der Emissionen allerdings noch nicht dauerhaft - Pflanzen-Photosynthese verändert sich durch CO2 in Atmosphäre.

Bei Pflanzen findet Photosynthese in den Chloroplasten statt - hier im Blatt von Laubmoos. Der Klimawandel verändert diesen lebenserhaltenden Prozess.

Bei Pflanzen findet Photosynthese in den Chloroplasten statt - hier im Blatt von Laubmoos. Der Klimawandel verändert diesen lebenserhaltenden Prozess.© Kristian Peters/Fabelfroh/wiki commons Bei Pflanzen findet Photosynthese in den Chloroplasten statt - hier im Blatt von Laubmoos. Der Klimawandel verändert diesen lebenserhaltenden Prozess.© Kristian Peters/Fabelfroh/wiki commons

Paris/Wien. (est) In der entscheidenden zweiten Woche des Pariser Klimagipfels geht es um die Einigung auf einen Weltklimavertrag. Sollte kein Papier zustande kommen, das die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt, "droht die Klimakatastrophe", warnt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Vor diesem Hintergrund nehmen sich die Forschungsergebnisse des "Global Carbon Project" der Universität Stanford wie eine gute Nachricht aus. Klimaforscher haben berechnet, dass der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe heuer leicht sinken könnte. Weltweit sei von einem Rückgang um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 35,7 Gigatonnen CO2, auszugehen, berichten sie in den Fachzeitschriften "Nature Climate Change" und "Earth System Science Data".

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Das besonders Überraschende daran ist, dass der Rückgang trotz des weltweiten Wirtschaftswachstums zu verzeichnen sei. "Während frühere Rückgänge der Emissionen bei Wirtschaftskrisen aufgetreten sind, wäre dies der erste Rückgang in einer Periode starken Wirtschaftswachstums", berichtet Studienleiter Rob Jackson, Professor für Erdsystemwissenschaften an der Universität Stanford in Palo Alto im US-Bundesstaat Kalifornien.

Weniger Kohleverbrauch im Schwellenland China
Schon 2014 waren die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Industrie mit (ebenfalls) plus 0,6 Prozent nur mehr leicht gestiegen. Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Anstiegen in den zehn Jahren davor, in denen der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 2,4 Prozent jährlich zugelegt hatte.

Die neuen Prognosen beruhen auf Daten zum Energieverbrauch in China und den USA, sowie auf dem erwarteten Wirtschaftswachstum im Rest der Welt. Eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des CO2-Ausstoßes spielt das Schwellenland China, das 2014 mit mehr als einem Viertel aller Emissionen der größte Verursacher war. "Die vorhergesagte Abnahme ist größtenteils auf Chinas zurückgegangene Kohle-Nutzung zurückzuführen", erklärt Ko-Autorin Corinne Le Quere von der britischen Universität East Anglia: "Nachdem ein Jahrzehnt lang Chinas Emissionen in einer steilen Kurve angestiegen waren, verlangsamte sich das Wachstum im Vorjahr auf 1,2 Prozent und soll heuer um 3,9 Prozent sinken."

Im Jahr 2014 war China für 27 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, gefolgt von den USA mit 15,5, der EU mit 9,5 und Indien mit 7,2 Prozent. Bereits 2014 deckte China laut den Forschern seinen Energiebedarf zur Hälfte aus nicht-fossilen Quellen - wie Wasser-, Nuklear-, Wind- und Sonnenenergie. Außerdem kommen im Reich der Mitte immer mehr erneuerbare Treibstoffe zum Einsatz.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-12-08 15:29:04
Letzte ─nderung am 2015-12-08 15:44:04



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