• vom 30.12.2015, 14:53 Uhr

Natur


Rot-weiß-rotes Weltraumjahr

2016 starten die Quantenphysiker ins All




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  • Rot-weiß-rotes Weltraumjahr: China will gemeinsam mit heimischen Physikern quantenphysikalisch verschränkte Photonen vom All zur Erde senden. Österreich ist auch an einer Mars-Mission der Nasa beteiligt.

Eine Nasa-Sonde soll auf dem Mars landen - mit österreichischer Beteiligung. - © afp/esa

Eine Nasa-Sonde soll auf dem Mars landen - mit österreichischer Beteiligung. © afp/esa

Wien. Die Beschreibung Österreichs als Weltraumnation wird oft belächelt. 2016 trifft sie allerdings zu: China will zusammen mit
heimischen Physikern erstmals quantenphysikalisch verschränkte Photonen vom All zur Erde schicken. Ein Minisatellit made in Austria soll 2016 starten.

Quantenphysiker um Anton Zeilinger vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) übertragen über immer größere Distanzen verschränkte Lichtteilchen. Diese bleiben wie durch Zauberhand miteinander verbunden, was auch als "spukhafte Fernwirkung" bezeichnet wird. Quantenphänomene können unter anderem zur Verschlüsselung von Daten beitragen, die so abhörsicher übertragen werden können.


Der bisherige Übertragungs-Rekord liegt bei 144 Kilometer zwischen zwei Kanarischen Inseln. Über weitere Distanzen würde die Erdatmosphäre die Lichtsignale stören. Für größere Entfernungen müsste man über Satelliten gehen. Dann bewegen sich die Photonen großteils im luftleeren Raum und werden durch die Atmosphäre nur wenig gestört. Aus diesem Grund hat Zeilinger im Jahr 2010 ein Abkommen für ein Satellitenprojekt mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften unterzeichnet.

Voraussichtlich im späten Frühjahr 2016 soll der chinesische Satellit "Quantum Experiments at Space Scale" ins All starten. An Bord ist ein von den Wiener Physikern mitgestaltetes Experiment, mit dem aus einer polaren Umlaufbahn in 600 bis 800 Kilometern Höhe verschränkte Photonen an Bodenstationen in Wien und China gesendet werden, die dann einzelne Photonen detektieren können.

Für Jänner 2016 war an sich der Start des österreichischen Satelliten "Pegasus" als Teil eines 50
Minisatelliten umfassenden Netzwerks zur Erforschung der oberen Erdatmosphäre geplant. Doch aus dem angepeilten Start-System
wurde nichts, bedauert der "Pegasus"-Projektleiter Carsten Scharlemann von der Fachhochschule Wiener Neustadt. Nun strebe man den Start mit einer russischen Dnepr-Rakete Mitte des kommenden Jahres an.

Zum Mars startet Anfang März die Mission "Insight" der US-Weltraumbehörde Nasa. Ziel der Sonde, die Ende September auf dem Mars landen soll, ist die Erforschung des Inneren des Roten Planeten. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW in Graz ist an der wissenschaftlichen Auswertung des HP3-Instruments beteiligt - eine Art Maulwurf, der in eine Rekordtiefe von fünf Metern in den Mars-Boden vordringen soll.

Ein spektakuläres Ende findet die Kometen-Mission "Rosetta" im September. Im November 2014 wurde ja der "Philae"-Lander von "Rosetta" abgekoppelt und setzte als erstes Gerät weich - allerdings nicht ganz wie geplant - auf einem Kometen auf. Zum Ende der Mission soll sich nun auch die Muttersonde "Rosetta" dem Kometen "Tschuri" nähern, schließlich mehr oder weniger sanft landen und
dabei so lange wie möglich Bilder und Daten senden. Das IWF ist auch an dieser Mission mit Instrumenten beteiligt.

Jubiläum und Kongress
Ein Jubiläum rundet das rot-weiß-rote Weltraumjahr ab: Vor 25 Jahren, vom 2. bis 10. Oktober 1991, flog mit Franz Viehböck der erste und bisher einzige Österreicher ins All. Im Rahmen des "Austromir"-Projekts führte Viehböck 15 Experimente an Bord der russischen Raumstation Mir durch. Aus diesem Anlass lädt er Astronauten-Kollegen nach Wien und organisiert gemeinsam mit dem Österreichischen Weltraumforum ab 3. Oktober einen Kongress der Association of Space Explorers.

International soll Mitte März 2016 der erste Teil der ESA-Mission "ExoMars" starten. Geplant sind ein Orbiter, der die Mars-Atmosphäre untersucht, und die Test-Landung einer Sonde. 2018 folgt ein Rover mit Technologie aus Österreich. Weiters soll am 4. Juli soll die Nasa-Sonde Juno den Planeten Jupiter erreichen. Schließlich beginnt Ende 2016 das "Große Finale" der Nasa-ESA-Mission "Cassini". Seit 2004 in der Umlaufbahn des Saturn, wird die Sonde zwischen dem Planeten und seinen Ringen durchfliegen.




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Dokument erstellt am 2015-12-30 14:56:05



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