• vom 09.06.2016, 19:00 Uhr

Natur


Bienen

Männerlos




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Eine kleine Bienenpopulation organisiert ihre Fortpflanzung erfolgreich ohne Drohnen.

Die Kapbienen sind wohl einzigartig.

Die Kapbienen sind wohl einzigartig.© M. Allsopp/Uppsala University Die Kapbienen sind wohl einzigartig.© M. Allsopp/Uppsala University

Uppsala/Wien. (gral) Eine kleine, isolierte Bienenpopulation kann sich ohne die Unterstützung männlicher Artgenossen fortpflanzen. Dabei handelt es sich um die Kapbienen in Südafrika. Ein Forscherteam der Uppsala University hat sich auf die Suche nach dem genetischen Mechanismus hinter dieser für Bienen äußerst ungewöhnlichen asexuellen Reproduktion gemacht.

Bei den meisten Tieren werden für die Fortpflanzung beide Geschlechter benötigt - die Honigbiene macht hier keine Ausnahme. Die weibliche Biene produziert ihren Nachwuchs, indem sie Eier legt, die schließlich von einer männlichen Drohne befruchtet werden. Die Strategie der Kapbienen bleibt den Forschern auch nach den Untersuchungen ein Rätsel, dennoch sind sie damit einen Schritt weiter gekommen.

Werbung

Denn die Kapbienen befruchten ihre Eier, die sich zu neuen Arbeitsbienen entwickeln, mit ihrer eigenen DNA. Diese Tiere besitzen überdies die Fähigkeit, in fremde Nester einzudringen, die dortige Brut zu befruchten und gleich dazu die gesamte Kolonie zu übernehmen. In der Biologie wird dieses Verhalten als Sozialparasitismus bezeichnet.

Und obwohl dieses Verhalten ein Rätsel bleibt, haben die Forscher den dafür ausschlaggebenden genetischen Mechanismus entschlüsselt. Das Wissenschafterteam sequenzierte das gesamte Genom der Kapbiene und verglich dieses mit anderen Bienenpopulationen, die auf die übliche Art und Weise für ihre Fortpflanzung sorgen. Sie fanden auffallende Unterschiede in einigen Genen, die eine Erklärung für die beiden völlig außergewöhnlichen Verhaltensweisen darstellen könnten.

Der Verständnis dafür, welche Gene dafür verantwortlich gemacht werden können, lässt "uns verstehen, wie Gene biologische Prozesse wie Zellteilung und Verhaltensweisen kontrollieren", erklärt Matthew Webster, Forscher am Department of Medical Biochemistry and Microbiology an der Uppsala University, in seiner Studie. Warum Populationen sich manchmal asexuell fortpflanzen, "hilft uns den evolutionären Vorteil von Sex zu verstehen". Dies sei für Evolutionsbiologen nach wie vor ein großes Rätsel, so der Forscher abschließend.




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-06-09 17:17:05



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Forscher beobachten "Kilonova"
  2. Chemie-Nobelpreis für Kryo-Elektronenmikroskopie
  3. Umweltwächter im All
  4. Frauen großzügiger als Männer
  5. Im Sand verlaufen
Meistkommentiert
  1. Im Sand verlaufen
  2. Das Ende der Taubheit
  3. Hatschi!
  4. Frauen großzügiger als Männer
  5. Schmarotzer mit Feuerkraft

Werbung





Werbung


Werbung