• vom 08.09.2016, 16:15 Uhr

Natur


Physik

Neues Teilchen könnte dunkle Materie erklären




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    Genf. (est) Physiker wollen Signale für ein neues Teilchen entdeckt haben, das sie Madala Boson nennen. Die Signale stammen aus Messdaten, mit denen im Large Hadron Collider (LHC) am Kernforschungszentrum Cern in Genf die Existenz des Higgs Boson 2012 nachgewiesen und 2015 und ’16 bestätigt wurde. Laut den Forschern der Universität Witwatersrand in Südafrika könnte das Madala Boson Aufschluss über die Existenz des Higgs Boson, über die mysteriöse dunkle Materie, geben.

    Das Universum besteht aus Masse und Energie. Sichtbare Materie, die greifbar ist und aus der wir selbst bestehen, erklärt sich durch die Existenz des Higgs-Teilchens. Sie macht allerdings nur vier Prozent des Universums aus. Unbekannt ist die Beschaffenheit der restlichen, dunklen Materie. Da sie für das freie Auge unsichtbar ist, konnte diese Materieform bisher nur indirekt über ihre Schwerkraft gemessen werden, woraus sich ergab, dass sie 27 Prozent der Welt ausmacht. Zu ihrer Erforschung gehen Physiker nach dem Ausschlussverfahren vor - sprich sie wissen nur, woraus dunkle Materie nicht besteht.

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    Hypothetisches Madala-Feld
    Die Existenz des Higgs Teilchens vervollständigte das Standardmodell der Physik, das jedoch die dunkle Materie nicht beinhaltet. "Die Physik steht an einer Kreuzung zwischen klassischen Theorien und modernen Konzepten für unerklärliche Phänomene", betont Studienleiter Bruce Mellado, der mit einem Team von 35 Forschern die LHC-Experimente auswertet, in einer Aussendung. Die Forscher sagen ein Teilchen mit einer Masse von 270 Giga-Elektronenvolt vorher - mehr als doppelt so viel wie das Higgs-Teilchen. Ähnlich wie das Higgs-Feld mit sichtbarer Materie, wechselwirkt das Madala-Feld mit dunkler Materie. "Der Nachweis neuer Teilchen wäre ein Beweis für unbekannte Kräfte und einen Nobelpreis wert", kommentiert das Cern die These.




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    Dokument erstellt am 2016-09-08 16:20:05



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