• vom 15.09.2016, 18:00 Uhr

Natur


Paläontologie

Hautreste lassen auf Lebensweise der Dinos schließen




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief






    Bristol. (dpa) Aus der Hautfärbung eines Dinosauriers haben Wissenschafter auf seine Lebensweise geschlossen. Der bis zu zwei Meter große Psittacosaurus habe vermutlich im Schatten großer Wälder gelebt, berichten sie im Fachjournal "Current Biology".

    Darauf weise die Untersuchung von Hautspuren eines solchen Vogelbecken-Dinosauriers mit neuester Mikroskoptechnik hin. Die Forscher um Jakob Vinther von der University of Bristol, Großbritannien, nutzten polarisiertes Licht und durch Laserlicht stimulierte Fluoreszenz, um organische Überreste sichtbar zu machen, die auf das Hautpigment Melanin hinweisen. Im Elektronenmikroskop konnten sie Melanosome ausfindig machen - das sind Zellorganellen, in denen Melanin gespeichert wird.

    Werbung

    Sie stapften durch den Wald
    "Wir haben anhand unserer Untersuchung der Pigmentverteilung in der Haut ein Modell von Psittacosaurus angefertigt und dieses verschiedenen Lichtverhältnissen ausgesetzt", erklärt Mayr. "So konnten wir zeigen, dass sich diese Saurierart besonders gut in geschlossenen Waldgebieten tarnen konnte." Der Psittacosaurus war demnach am Bauch deutlich heller gefärbt als an Brust und Rücken. Dies entspricht der sogenannten Konterschattierung, die bei vielen Arten anzutreffen ist: Die lichtbeschienenen Körperteile sind dunkler als diejenigen, die meist im Schatten sind. Dadurch gleichen sich Ober- und Unterseite in der Färbung an, der Körper wirkt weniger gerundet und ist somit für andere Tiere schwerer zu erkennen.

    Die Konterschattierung als Tarnung ist bei Haien und anderen Meeresbewohnern ebenso zu finden wie bei Giraffen und anderen Paarhufern. Der Psittacosaurus ist das erste Landfossil, bei dem eine Konterschattierung nachgewiesen wurde. Dass die Brust dunkler war als der Bauch, weist laut den Forschern darauf hin, dass sich der Dinosaurier überwiegend auf zwei Beinen fortbewegte, sodass Licht auch auf die Brust fiel. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass der Wald der bevorzugte Lebensraum des Psittacosaurus war.

    Psittacosaurus-Arten lebten in der Unterkreide vor etwa 134 bis 101 Millionen Jahren in Ostasien. Auffälliges Detail bei Fossilien der Gruppe sind Borsten, die hintereinander auf der Oberseite des Schwanzes stehen. Vermutet wird, dass die Arten eine Reihe verschiedener Lebensräume bewohnten. Die Zahnstruktur lässt darauf schließen, dass die Tiere Pflanzenfresser waren.




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-09-15 16:02:03



    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Der Sitz der Eifersucht
    2. Hunde setzen Mimik möglicherweise bewusst ein
    3. Die Dynamik des Alpenraums
    4. Umweltwächter im All
    5. Die Urahnen des Internet
    Meistkommentiert
    1. Hatschi!
    2. Frauen großzügiger als Männer
    3. Schmarotzer mit Feuerkraft
    4. Am Gängelband der Gestapo
    5. Hirse für die Welternährung

    Werbung





    Werbung


    Werbung