• vom 21.11.2016, 17:00 Uhr

Natur


Ökologie

Ameisen bauen Samen an und düngen Pflanzen




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    München. Bestimmte Ameisen säen und düngen Pflanzen, um später Nektar davon zu ernten und um in den knolligen Gewächsen zu wohnen. "Sie pflegen ihren Sämling. Sie tun dies, bevor sie einen Vorteil davon haben. Sie verhalten sich wie der Mensch, der Reis pflanzt oder Mais düngt, bevor er ihn erntet", sagt die Biologin Susanne Renner von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

    Sie hat mit ihrem Doktoranden Guillaume Chomicki eine Studie zu dem Thema verfasst. Die Forscher fanden dabei heraus, dass die auf den Fidschi-Inseln lebenden Ameisen Samen von sechs Arten von Kaffeegewächsen (Rubiaceae) in Baumrinden pflanzen. In Schichten bewachen Arbeiterinnen dann Tag und Nacht die jungen Pflanzen und düngen sie mit ihrem Kot und Urin. Über die landwirtschaftlich versierten Tiere der Art Philidris nagasau berichten die beiden Wissenschafter in der Fachzeitschrift "Nature Plants".


    Im Erbgut verankert
    "Das ist vorher noch nie gefunden worden, dass eine Ameise so hoch spezialisiert ihre zukünftige Wohnung und ihre zukünftigen Zuckerlieferanten wie ein Landwirt anbaut", sagte Renner. Mit Intelligenz habe das Verhalten aber nichts zu tun, vielmehr sei es angeboren. "Es muss im Erbgut der Ameise verankert sein." Die Tiere erkennen "ihre" Samen - im Versuch ließen sie sich mit als Köder ausgelegten Reiskörnern und anderen Samen nicht hinters Licht führen. Man vermutet eine chemische Erkennung, etwa durch einen Duft an der Oberfläche der Samen.

    Manche Symbiosen wie die der Blattschneider hätten sich über 50 Millionen Jahre entwickelt, bei der Fidschi-Ameise und den Kaffeegewächs-Arten waren es geschätzt ungefähr drei Millionen Jahre. Die Pflanzen können sich inzwischen nur noch mit Hilfe der Ameisen ausbreiten.




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    Dokument erstellt am 2016-11-21 16:14:02



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