• vom 22.12.2016, 20:00 Uhr

Natur


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Der schwingende Kosmos




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  • "Science" kürt den Nachweis von Gravitationswellen zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2016.



Wien. (gral) Der Nachweis von Gravitationswellen überraschte die Welt der Wissenschaft im zu Ende gehenden Jahr 2016. Das Ereignis bewahrheitete nicht nur eine Vorhersage, die Albert Einstein vor 100 Jahren getätigt hatte, sondern krönte auch die 40-jährige Suche nach diesen Wellen in der Raumzeit. Forscher sehen diese Entdeckung als Geburt eines neuen Wissenschaftsfeldes - der Gravitationswellenastronomie. Völlig zu Recht hat das renommierte Fachmagazin "Science" dieses Ereignis daher zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2016 gekürt.

Gravitationswellen kann man nicht mit bloßem Auge sehen, auch ihre Quellen senden oft kein Licht aus. Sie sind eine der spektakulärsten Vorhersagen von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und entstehen stets dann, wenn Massen beschleunigt werden. Gravitationswellen bringen die Raumzeit selbst zum Schwingen und sind umso stärker, je größer die beschleunigte Masse ist. Gemessen wurden die Wellen, die aus der Kollision zweier schwarzer Löcher in rund 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung von der Erde, mit dem besonders hochempfindlichen Ligo-Observatorium in den USA.

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Zähmerin der Wellen
Das Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium (Ligo) besteht aus zwei Anlagen in Hanford (Washington) und Livingston (Louisiana). Beide haben zwei jeweils vier Kilometer lange Röhren, die rechtwinkelig auf dem Boden liegen. Über ein eigenes Lasersystem lässt sich die Länge dieser beiden Arme extrem genau überwachen. Läuft eine Gravitationswelle durch die Anlage, staucht und streckt sie die Arme unterschiedlich stark. So hatten die Wissenschafter die ersten Wellen dieser Art am 14. September 2015 registriert, deren Nachweis nach gründlichen Analysen allerdings erst im Februar 2016 der Weltöffentlichkeit präsentiert worden war.

Beim Nachweis der lang gesuchten Gravitationswellen hat eine Forscherin eine ganz besonders wichtige Rolle gespielt - Gabriela Gonzalez. Als Physikerin und Sprecherin am Ligo gelang es ihr nämlich, erste Anzeichen für diese bahnbrechende Entdeckung fast ein halbes Jahr lang unter Verschluss zu halten, bis die Funde letztlich glasklar bestätigt waren. Dazu musste sie mehr als 1000 Forscher weltweit koordinieren. Vom Fachblatt "Nature" wurde sie deshalb jüngst als "Zähmerin der Gravitationswellen" zu den wichtigsten Forschern des Jahres 2016 gekürt.

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Dokument erstellt am 2016-12-22 16:20:07



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