• vom 09.01.2017, 17:00 Uhr

Natur

Update: 09.01.2017, 17:07 Uhr

Planetenforschung

Wie der Mond zu seiner Form kam




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  • Eine Serie von Asteroideneinschlägen könnte den Trabanten beeinflusst haben.

Die Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten ist bis heute ungeklärt.

Die Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten ist bis heute ungeklärt.© APAweb / dpa, Frank Rumpenhorst Die Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten ist bis heute ungeklärt.© APAweb / dpa, Frank Rumpenhorst

Rehovot/London. Der Mond ist möglicherweise das Produkt vieler großer Asteroideneinschläge auf der jungen Erde. Dieses Szenario untermauern zumindest Modellrechnungen israelischer Forscher um Raluca Rufu vom Weizmann-Institut in Rehovot. Demnach könnten schon etwa 20 große Treffer genug Material aus der Erde herausgeschleudert haben, um über einige Millionen Jahre Stück für Stück den Mond zu bilden, wie die Wissenschafter in "Nature Geoscience" berichten.

Die Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten ist bis heute ungeklärt. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt derzeit der gigantische Einschlag eines einzigen Himmelskörpers von der Größe des heutigen Planeten Mars auf der jungen Erde. Dieses katastrophale Ereignis könnte das Material für den Mond mit einem Schlag in die Erdumlaufbahn katapultiert haben. Das Problem an dem Modell: Der Mond sollte dann hauptsächlich aus dem Material dieses Einschlagskörpers bestehen, wie Modellrechnungen zeigen.

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Mond und Erde sind sich chemisch jedoch extrem ähnlich. Das wirft Probleme auf, denn die Himmelskörper in unserem Sonnensystem unterscheiden sich chemisch in der Regel so stark, dass sich daran etwa die Herkunft von Meteoriten bestimmen lässt. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der Himmelskörper, durch dessen Einschlag der Mond entstanden sein soll, dieselbe Zusammensetzung hatte wie die Erde. Auch eine Durchmischung des Materials beider Himmelskörper ist Berechnungen zufolge kaum möglich.

Mini-Monde verschmolzen
Das Team um Rufu hat nun fast tausend Einschläge großer kosmischer Brocken auf der jungen Erde im Computer simuliert. Die Simulation zeigt, dass die Trümmerwolke der Kollisionen meist zum Großteil aus Material des Erdmantels besteht - anders als beim für die Mondentstehung favorisierten gigantischen Einschlag. Diese Trümmerwolken bilden zunächst Ringe um die Erde, die sich dann zu Mini-Monden zusammenballen. Solche Mini-Monde könnten nach diesem Modell wiederum nach und nach zu unserem Mond verschmolzen sein.

Im jungen Sonnensystem waren Einschläge häufig. Je nachdem, wie effizient die Zusammenballung der Mini-Monde abgelaufen ist, könnten weit mehr als 20 und sogar unrealistisch viele Einschläge nötig gewesen sein, um die Größe des heutigen Monds zu erreichen. Unter Umständen lässt sich das Szenario auch überprüfen: Wenn der Trabant tatsächlich durch verschmelzende Mini-Monde entstanden ist, könnten sich dort auch heute noch unterschiedliche geochemische Bereiche zeigen, die einen Teil der Entstehungsgeschichte unseres Mondes dokumentieren, schreibt Bareth Collins vom Londoner Imperial College in einem Begleitkommentar in "Nature Geoscience".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-09 16:23:03
Letzte ńnderung am 2017-01-09 17:07:33



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