• vom 20.03.2017, 23:01 Uhr

Natur


Astronomie

Schwarze Löcher vor die Kamera




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  • Wissenschafter wollen die materiefressenden Monster im Weltall mit Teleskopen fotografieren.

Ein Schwarzes Loch könnte so aussehen.

Ein Schwarzes Loch könnte so aussehen.© afp/nasa Ein Schwarzes Loch könnte so aussehen.© afp/nasa

Cambridge. Schwarze Löcher sind Orte der Extreme. Die Materie ist in ihnen so stark zusammengepresst, dass nichts ihrer enormen Anziehungskraft entkommen kann. Die Fluchtgeschwindigkeit liegt im Inneren eines Schwarzen Lochs über der Lichtgeschwindigkeit, daher dringt nicht einmal das Licht selbst nach außen. Schwarze Löcher sind also quasi unsichtbar - was ihnen ihren Namen gab.

1915 stellte Albert Einstein die Theorie auf, dass es solche Orte der Extreme geben könnte. Und ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der Begriff "Schwarzes Loch" für derlei Phänomene etabliert wurde. Gesehen allerdings hat noch niemand eines.

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Das will eine Gruppe von Forschern nun ändern. Im April wollen sie versuchen, mit Hilfe eines weltumspannenden Netzwerks von Teleskopen erstmals ein Foto von einem Schwarzen Loch zu machen. Zu dem Netzwerk namens "Event Horizon" zählen Teleskope am Südpol, in Europa und Nord- und Südamerika.

"Es gibt große Aufregung", sagte Projektleiter Shepherd Doeleman vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik in Cambridge im US-Staat Massachusetts zum britischen Fernsehsender BBC. "Wir stellen unser virtuelles Teleskop seit inzwischen fast zwei Jahrzehnten zusammen und im April werden wir Beobachtungen machen, mit denen wir erstmals die Chance haben könnten, den Ereignishorizont eines Schwarzen Loches in den Fokus zu bringen."

Schon im Vorjahr hatte "Event Horizon" versucht, das Schwarze Loch "Sagittarius A*" in der Milchstraße abzulichten - ohne Erfolg. "Nichtssagende Kleckse" seien zu sehen gewesen, schrieb das Fachmagazin "Science". Nun aber sind weitere leistungsstarke Teleskope zu dem Netzwerk dazugekommen. Einmal im Jahr wird das Teleskop-Netzwerk in Richtung der Schwarzen Löcher gerichtet, diesmal an fünf Nächten zwischen dem 5. und 14. April. Dann stehen die Chancen auf passendes Wetter an den beteiligten Teleskopen gut. Und wenn das Wetter schlecht ist, wird wieder kein Schwarzes Loch auf dem Bild zu sehen sein.

Wie sie sich ein Bild von einem eigentlich unsichtbaren Schwarzen Loch vorstellen, wissen die Forscher genau: als hellen Ring rund um einen schwarzen Kreis. Der helle Ring stellt Gas und Staub dar, die von dem Loch extrem beschleunigt und schließlich verschlungen werden. Wegen der extrem starken Schwerebeschleunigung heizt sich Materie, die in ein Schwarzes Loch fällt, auf Millionen Grad Celsius auf und gibt dann Energie als Röntgenstrahlung ab.

"Es könnte aber auch sein, dass wir etwas ganz anderes sehen", sagt Projektleiter Doeleman: "Es ist zwar nie eine gute Idee, gegen Einstein zu wetten, aber wenn wir etwas sehen würden, das sehr anders ist als das, was wir erwarten, dann müssten wir die Theorie der Schwerkraft überdenken. Ich erwarte nicht, dass das passiert, aber alles könnte passieren, und das ist das Schöne daran."

Das Ganze sei ein "kühnes und mutiges Experiment", sagte der nicht beteiligte Astrophysiker Roger Blandford von der Stanford Universität in Kalifornien in "Science". "Es wird diese bemerkenswerte Theorie für gültig erklären, dass Schwarze Löcher im Universum üblich sind. Wenn man es gesehen hat, glaubt man es."




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Dokument erstellt am 2017-03-20 16:50:09



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