• vom 10.04.2017, 20:00 Uhr

Natur

Update: 10.04.2017, 20:12 Uhr

Ökologie

Alarm am Great Barrier Reef




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  • Die Korallen bleichen weiter. Forscher sprechen von "null Aussicht auf Erholung".



Sydney. Wissenschafter sind angesichts des Ausmaßes der Korallenbleiche am berühmten Great Barrier Reef besorgt: Nach zwei Korallenbleichen im vergangenen und in diesem Jahr hätten die betroffenen Gebiete so gut wie keine Chance mehr, sich von dem Phänomen wieder zu erholen, warnten sie am Montag nach einer Bestandsaufnahme des Riffs aus der Luft.

Im Jahr 2016 waren in erster Linie die nördlichen Gebiete des Great Barrier Reefs betroffen, heuer zeigte das mittlere Drittel die schwersten Schäden. Allein das südliche Drittel sei noch unberührt, erklärte der Meeresbiologe James Kerry von der James Cook University. Insgesamt seien 1500 Kilometer des mit 2300 Kilometern Länge größten Ökosystems der Welt betroffen.


Die Korallenbleiche führe nicht unweigerlich zum Absterben der Korallen, erklärte Kerry. Doch selbst schnell wachsende Korallen benötigten mindestens ein Jahrzehnt, um sich komplett erholen zu können. Für die Teile des Riffs, die diesem Phänomen nun schon zwei Mal binnen zwölf Monaten ausgesetzt seien, bedeute dies "null Aussicht auf Erholung", so der Experte.

Erholung in kühlem Wasser
Korallen sind besonders sensible Organismen, die nur in bestimmten Temperaturbereichen existieren können. Sie gehen eine Symbiose mit bestimmten einzelnen Algen ein - von ihnen erhalten sie auch ihre Färbung. Nimmt die Wassertemperatur zu, stoßen die Korallen die Algen ab und verlieren damit auch ihre Farbe. Dauert diese Situation zu lange an, sterben die Korallen vollständig ab. Bei kühleren Wassertemperaturen können sich die lebensnotwendigen Algen aber wieder auf den Korallen ansiedeln.

Nach Angeben des Korallen-Experten Terry Hughes sind vor allem der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Ozeane für die jüngste Korallenbleiche an Australiens Küste verantwortlich. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr hingen die hohen Wassertemperaturen dieses Mal nicht mit dem Wetterphänomen El Nino zusammen, fügte Hughes hinzu. Er warnte, weiter steigende Temperaturen könnten das Phänomen noch verschärfen.

"Das Riff hat offensichtlich gegen verschiedenste Umwelteinflüsse zu kämpfen. Am akutesten ist aber zweifellos der weltweite Klimawandel", erklärte Hughes. Schon der weltweite Anstieg der Temperaturen um ein Grad Celsius habe zu vier Bleichen binnen 19 Jahren geführt, jede weitere Erwärmung werde den Prozess beschleunigen. Ohne einen weltweiten Abbau des CO2-Ausstoßes sei dies aber nicht möglich, so der Forscher. Es bleibe nicht mehr viel Zeit, mahnte er.

Der Klimawandel scheint allerdings nicht der einzige Grund zu sein, warum Korallenriffen ihre Algen abhandenkommen. Wie Forscher der University of California herausgefunden haben, spielen nämlich die Fressgewohnheiten von Fischen eine wichtige Rolle für den Zustand der farbenprächtigen Riffe.

Andernorts verpönt, scheint gerade die Überfischung der Gebiete zum Schutz der Algen beizutragen. Die Tiere dürften sich nämlich in ihrer Fresslust gegenseitig stark beeinflussen. "Sind Fische von vielen anderen Artgenossen umgeben, fressen sie wesentlich mehr Algen", betont Mike Gil vom UC Davis Department of Environmental Science and Policy. Warum dies der Fall ist, wissen die Forscher nicht, es macht aber deutlich, wie viele andere Faktoren Einfluss nehmen.




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Dokument erstellt am 2017-04-10 16:42:04
Letzte ─nderung am 2017-04-10 20:12:37



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