• vom 02.05.2017, 17:00 Uhr

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Leere zwischen Saturn und Ringen




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  • Letzte Etappe der "Cassini"-Mission soll Aufschluss geben über Alter der Saturn-Ringe.

Washington/Wien. (dpa/est) Der Raum zwischen Saturn und seinen Ringen ist "relativ staubfrei". Zu diesem Ergebnis kamen Forscher nach einer Analyse von Datenmaterial der Sonde "Cassini", teilte die US-Raumfahrbehörde Nasa am Dienstag mit.

In einer spektakulären Tauchaktion hatte der Orbiter Ende der vergangenen Woche erstmals die weitgehend unerforschte Zone zwischen dem sechsten Planeten unseres Sonnensystems und seinen Ringen durchflogen. "Die Region zwischen den Ringen und Saturn ist offenbar eine ‚große Leere‘", sagte der Projektmanager der Mission, Earl Maize.

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Laut Nasa sind das gute Nachrichten. Die relative Leere ermögliche der Raumsonde, einige der 21 geplanten weiteren Tauchaktionen ohne Zusammenstöße und ohne ihre scheibenförmige Antenne durchzuführen, mit der sie gewöhnlich Staubpartikel abwehrt. Die Antenne hatte vergangene Woche zeitweise den Funkkontakt zur Erde unterbrochen. Die US-Weltraumagentur bezeichnet die derzeitige Etappe der Mission als "großes Finale". Die 1997 gestartete und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommene Sonde soll insgesamt 22 Mal in die rund 2400 Kilometer breite Zone zwischen den Ringen und dem Saturn eintauchen, bevor sie im September in die Atmosphäre des gigantischen Gasplaneten eintaucht und dort verglüht. Die "Cassini"-Mission muss zu Ende gehen, da der Treibstoff der Sonde nicht mehr lange ausreicht.

Alter der Ringe
Der letzte Auftrag der Sonde gilt als besonders riskant. Denn der 6,40 Meter lange und vier Meter breite Flugkörper nähert sich den aus Eis- und Gesteinsbrocken bestehenden Saturn-Ringen bis auf eine Entfernung von nur etwa 3000 Kilometern. Die Brocken fliegen mit einer Geschwindigkeit von 109.000 Stundenkilometern durch das All. Nasa, ESA und die ebenfalls beteiligte italienische Raumfahrtbehörde ASI erhoffen sich von der letzten "Cassini"-Mission neue Erkenntnisse über die Masse und das Alter der Saturn-Ringe sowie über das Innere des Planeten.

Die Ringe sind tausende Kilometer breit, aber nur neun bis 90 Meter tief. Aus ihrer Masse lassen sich Rückschlüsse auf ihr Alter ziehen. Je größer die Masse ist, desto älter sind die Ringe. Einige Wissenschafter vermuten, dass sie entstanden sein könnten, nachdem Asteroiden in einen der Saturn-Monde geschmettert seien - dadurch sei dann eine Spur von Trümmern entstanden, postulieren die Forscher.

Die Raumfahrtbehörden hoffen zudem, dass die Sonde wichtige Messdaten zur Masse im tiefen Inneren des Saturn liefert. Der nach Jupiter zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems besteht vorwiegend aus den leichten Gasen Wasserstoff und Helium.




Schlagwörter

Astronomie, Saturn, Runge, Cassini, NASA

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Dokument erstellt am 2017-05-02 17:06:07



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