• vom 02.06.2017, 03:02 Uhr

Natur


Physik

Gravitationswellen zum dritten Mal aufgespürt




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    Boston/Hannover. (gral) Die Detektoren des Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatoriums - kurz Ligo - haben bereits zum dritten Mal angeschlagen. Damit wurden erneut jene Wellen in Raum und Zeit nachgewiesen, die durch das Zusammenschmelzen zweier Schwarzer Löcher entstehen. Die Beobachtung sei eine weitere Bestätigung für die Existenz besonders massereicher Schwarzer Löcher von Sterngröße, erklären die Ligo-Wissenschafter in einer Analyse im Fachblatt "Physical Review Letters".

    Abgefangen wurden die Wellen bereits am 4. Jänner dieses Jahres. Ihr Ursprung lag etwa drei Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Das aus den zwei Schwarzen Löchern resultierende Loch ist 50 Mal so massereich wie die Sonne. Die gegenwärtige Beobachtungsphase war im November 2016 gestartet worden und soll noch den ganzen Sommer hindurch andauern. Ligo ist eine Gemeinschaftsproduktion von Forschern rund um den Erdball. Die beiden Detektoren stehen in Hanford, Washington, und in Livingston im US-Bundesstaat Louisiana. Betrieben werden sie vom California Institute of Technology und dem Massachusetts Institute of Technology. Bei allen drei Ereignissen waren jeweils beide Ligo-Detektoren angeschlagen, schreiben die Forscher.

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    Aufregende Zeit
    Wie beim ersten Nachweis war das neue Signal zuerst im Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover bemerkt worden, das am Ligo beteiligt ist. "Wir werden noch viel Neues erfahren - dies ist eine aufregende Zeit für das Zeitalter der Gravitationswellen-Astrophysik", betonte der deutsche Pionier Karsten Danzmann vom MPI. Ihm war erst am Mittwoch für seine Entwicklungen von Schlüsseltechnologien für die Detektoren der mit 750.000 Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zuerkannt worden.




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    Dokument erstellt am 2017-06-01 17:18:02



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