• vom 06.11.2017, 17:00 Uhr

Natur


Astronomie

Uralte Galaxie aus der Zeit nach dem Urknall beobachtet




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    Amherst. (est) Astronomen haben eines der ältesten Objekte des Universums entdeckt. Die Galaxie wurde nur eine Milliarde Jahre nach dem Urknall in das damals heiße Universum hineingeboren, berichtet das Team im Fachmagazin "Nature Astronomy".

    Die Wissenschafter der University of Massachusetts im gleichnamigen US-Bundesstaat und des Instituts für Astrophysik in Mexiko konnten das Himmelsobjekt mit dem Large Millimeter Telescope (LMT) beobachten. Das Radioteleskop für Millimeterwellen steht auf dem 4580 Meter hohen Gipfel des erloschenen Vulkans Sierra Negra in Puebla in Mexiko.


    "Es ist eine der ersten Galaxien, die sich gebildet haben", berichtet der Astrophysiker Min Yun. Derzeit sei nur eine einzige Galaxie bekannt, die etwas älter ist. "Der Urknall hat vor 13,7 Milliarden Jahren stattgefunden. Unsere Entdeckung ist 12,8 Milliarden Jahre alt. Das ist insofern bemerkenswert, als das Universum damals hochionisiert war, wodurch es sehr heiß und sehr gleichförmig war. In den ersten 400 Millionen Jahren konnte daher kaum etwas entstehen."

    Hochaktives Himmelsobjekt
    Sehr weit entfernte Objekte wie diese zweitälteste Galaxie genießen unter Astrophysikern den Status mythologischer Riesen. "Wir wussten, dass sie existieren und sehr groß und hell sind. Wir können sie aber nicht im Bereich der sichtbaren Lichtwellenlängen beobachten, weil ihre jungen Sterne von dicken Staubwolken umhüllt sind. Paradoxerweise sind die hellsten, aktivsten sternenbildenden Galaxien sehr schwer zu studieren", erläutert Min. Da das LMT die Rotverschiebung ermittelt, konnte die Galaxie dennoch beobachtet werden. Die Rotverschiebung ist ein Maß für die Ausdehnung des Universums und gibt damit auch Aufschluss, wie weit ein Himmelsobjekt entfernt ist: Je weiter weg es ist, desto größer ist seine Rotverschiebung.




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    Dokument erstellt am 2017-11-06 16:59:03



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