• vom 10.01.2018, 20:00 Uhr

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Schmetterlinge 70 Millionen Jahre älter als angenommen




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    Darmstadt. Neuesten Forschungen zufolge sind Schmetterlinge gut 70 Millionen Jahre älter als bisher angenommen. Das legt der Fund fossiler Überreste im niedersächsischen Schandelah nahe, wie das Fachblatt "Science Advances" und das Hessische Landesmuseum Darmstadt am Mittwoch berichteten. Ein Forscherteam der Universität Utrecht entdeckte in Zusammenarbeit mit Kollegen aus den USA und Darmstadt Flügel- und Körperschuppen von Schmetterlingen und Motten in Sedimenten aus einer Periode um den Übergang von Trias zu Jura vor 201 Millionen Jahren. Am Ende der Trias waren viele Lebensformen an Land und im Meer ausgestorben.

    Bisher wurde den Forschern zufolge angenommen, dass die Entwicklung von Schmetterlingen und Blütenpflanzen sehr eng miteinander verbunden ist. Die entdeckten fossilen Überreste sind allerdings mehr als 70 Millionen Jahre älter als die ältesten Fossilien von Blütenpflanzen. "Der Beginn der Evolution der Schmetterlinge kann vermutlich mit Bedecktsamern in Verbindung gebracht werden", schildert der Darmstädter Paläoentomologe und Co-Autor der Studie, Torsten Wappler. Dazu gehörten heute beispielsweise Nadelholzgewächse und Palmenfarne.


    Neue Arten entstanden
    Die neuen Funde zeigten überdies, dass es den Schmetterlingen gelungen sei, den Übergang der Trias in den Jura weitestgehend unbeschadet zu überstehen. Sie profitierten möglicherweise sogar von den dramatischen Veränderungen ihrer Umwelt und entwickelten in Folge eine große Zahl neuer Arten. Grund für diese stattgefundenen Umweltveränderungen waren starke Vulkanausbrüche als Folge der Auflösung des Superkontinents Pangäa. Dies "könnte die Tür für ihre Expansion geöffnet haben, ähnlich dem Aufstieg der Dinosaurier", heißt es in der Studie.




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    Dokument erstellt am 2018-01-10 16:59:03



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