Wien. Roboter sollen sich, geht es nach der Vorstellung von Forschern der Technischen Universität (TU) Wien, künftig alltagstauglich werden und sich den Herausforderungen im Umgang mit Menschen stellen. Zu diesem Zweck wurde an der TU Wien das Konsortium "Kollaborierendes Roboter System" (KOROS) gegründet und heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt. Fachliche Grenzen sollen im Rahmen der Zusammenarbeit gesprengt werden und neue Erkenntnisse hervorbringen, so der Wunsch der Beteiligten.
Von einem Roboterarm, mit dem man ohne Verletzungen Armdrücken kann, der aufgerüstet mit einer Kamera auf einem Tisch liegende Früchte erkennt und vorsichtig in eine Kiste legt bis hin zu fußballspielenden humanoiden Robotern reichen die Beispielprojekte, mit denen die TU-Forscher die Vielfältigkeit der Forschung und deren Anwendungsmöglichkeiten darstellen wollen. Sie wollen ihre Arbeit auf die drei Themenkreise Sehen und Erkennen, Sicheres und kognitives Verhalten sowie Roboter in menschlichen Lebensräumen fokussieren.
Sicher und "weich"
Im Unterschied zu Industrierobotern, die bei der Verrichtung ihrer Aufgaben ein Gefährdungspotenzial darstellen können, sollte sich ein Mensch auf unerwartete Art und Weise verhalten, müssen Maschinen im Alltag sicher sein und "weich werden", meinte Gottfried Magerl, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU Wien. Ein Hilfsroboter im Haushalt sollte etwa zwischen einer Medikamentendose und einem Wasserglas unterscheiden können, dieses auch entsprechend vorsichtig greifen können und nicht von einer Hauskatze oder einem verstellten Wohnzimmertisch vor unlösbare Probleme gestellt werden.
Gesucht wird auch nach einem künstlichen Immunsystem für Roboter. Die komplexen Maschinen brauchen ein schnelles und sicheres Diagnosesystem, um rasch etwa einen Kameraausfall bemerken und entsprechend darauf reagieren zu können. Anleihen nehmen die Forscher dabei an der Natur, etwa dem menschlichen Immunsystem.
An dem Konsortium beteiligen sich Arbeitsgruppen verschiedener Teilbereiche der TU und anderer Unis, die einen Bogen von der Softwaretechnik über die Fertigungstechnik bis hin zur Architektur spannen. Auch Geisteswissenschafter arbeiten mit, etwa wenn es um das Modell eines "Computerbewusstseins" geht. Für die Erforschung neuer Einsatzmöglichkeiten hat die TU von der französischen Firma Aldebaran den 1,40 Meter großen, menschenähnlichen Roboter "Romeo" gekauft, der ab etwa 2013 zum Einsatz kommen soll.