• vom 21.01.2015, 16:59 Uhr

Technologie

Update: 21.01.2015, 17:44 Uhr

Raumforschung

Satellitenschwarm erforscht Klimawandel




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Von Eva Stanzl

  • Österreichischer Kleinsatellit "Pegasus" soll in einer Flotte von 50 ähnlichen Geräten ins All starten.

Modell des österreichischen Kleinsatelliten "Pegasus": Im Jänner 2016 startet das 10x10x20 Zentimeter große und nur zwei Kilo schwere Gerät ins All.

Modell des österreichischen Kleinsatelliten "Pegasus": Im Jänner 2016 startet das 10x10x20 Zentimeter große und nur zwei Kilo schwere Gerät ins All.© FH Wiener Neustadt Modell des österreichischen Kleinsatelliten "Pegasus": Im Jänner 2016 startet das 10x10x20 Zentimeter große und nur zwei Kilo schwere Gerät ins All.© FH Wiener Neustadt

Wien. Mit Pegasus verbinden die meisten Menschen ein geflügeltes Pferd, das Kind des griechischen Meeresgottes Poseidon und der Gorgone Medusa. Für Dominik Kohl steht der Name jedoch für etwas anderes, vielleicht sogar größeres. "Pegasus" ist für den Studenten der Technischen Universität Wien so etwas wie sein erster Flug. Als Präsident des Space Teams der TU baut er mit seinen Kollegen den Bordcomputer für Österreichs neuen Kleinsatelliten, der nach dem fliegenden Pferd benannt ist und in genau einem Jahr ins All abheben soll.

"Das sind Prototypen", sagt Kohl und hebt eine mit Chips und winzigen Rechnern bestückte Leiterplatte nach der anderen liebevoll hoch: "Wir machen derzeit Belastungstests." Wenn die Computer von der Größe einer CD den Tests standhalten, werden sie - wie Bretter in ein Bücherregal - Platte für Platte ins Satelliten-Gehäuse geschoben - Bordcomputer, Funkmodul, Energiemanagementsystem, Batterie. "Das Tolle ist, dass der Bordcomputer Teile abschalten kann, die plötzlich nicht mehr funktionieren. Dann ist der kaputte Part lahmgelegt, aber der Rest funkt weiter Daten zur Erde", sagt Kohl: "Es gibt nämlich nichts Schlimmeres in der Raumforschung, als wenn ein Satellit plötzlich schweigt und man erfährt nie, warum." Die Besucher dürfen die kleinen technischen Wunder mit speziellen Handschuhen angreifen. Im Jänner 2016 soll der 10x10x20 Zentimter große und nur zwei Kilo schwere "Pegasus" mit ihnen im Bauch ins All starten.

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"Pegasus" ist nicht der erste österreichische Satellit. 2013 wurden mit "Tugsat-1" und "Uni Brite" zwei Sonden gestartet, die Sterne erforschen und die Erde in rund 800 Kilometer Höhe umkreisen. An "Pegasus" arbeiten die TU Wien, die Fachhochschule Wiener Neustadt, die Universität Wien und das Österreichische Weltraum Forum mit. Das Gerät ist Teil eines internationalen Netzwerks von Kleinsatelliten. Im Schwarm werden sie über mehrere Monate hinweg die Thermosphäre erkunden.

Erkundung der Thermosphäre
Die Thermosphäre ist die zweitäußerste Schicht der Erdatmosphäre. Sie erstreckt sich in einer Höhe von 85 bis 600 Kilometern über der Erde und schützt vor energiereicher, gesundheitsschädlicher Röntgen- und UV-Strahlung. Es ist jedoch nur wenig über diese Schutzhülle bekannt. "Wetter- und Klimaforscher haben kaum Daten aus der Thermosphäre, weil noch niemand gemessen hat", erklärte Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien bei der Präsentation von "Pegasus" in Wien am Mittwoch.

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Schlagwörter

Raumforschung, Pegasus, Satellit

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-01-21 17:02:06
Letzte ─nderung am 2015-01-21 17:44:05



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