• vom 07.10.2015, 00:01 Uhr

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Österreichs Auge ins All




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  • Heimische Forscher entwickeln Kamera des weltgrößten Teleskops mit.

Wien. Österreichische Wissenschafter entwickeln das größte optische Teleskop der Welt mit. Die heimischen Forscher sind Teil eines Konsortiums, das die beiden Kameras, also die "Augen", des "European Extremely Large Telescope" (E-ELT) konstruiert. Das Teleskop der Europäischen Astronomieorganisation ESO (Europäische Südsternwarte) soll in den kommenden zehn jahren gebaut werden und ab 2024 in der chilenischen Atacama-Wüste den Betrieb aufnehmen. Davon erhofft man sich neue Einblicke in das Universum.

Beteiligt sind neben Wissenschaftern aus Wien, Innsbruck und Linz Partner aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Italien. Die Kamera, genannt "Multi-AO Imaging Camera for Deep Observations" (Micado) soll einen viel genaueren Blick auf das Universum zu werfen, als es mit herkömmlichen Teleskopen möglich war. "Dieses revolutionäre Teleskop wird das größte optische bzw. Nah-Infrarot-Teleskop der Welt sein und etwa 15 Mal mehr Licht sammeln als die bereits heute existierenden größten optischen Teleskope", so der österreichische Projektkoordinator, der Astrophysiker Joao Alves, von der Uni Wien.

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Kosmische Strukturen,
Nebel und Galaxien

Die hohe Empfindlichkeit der Kamera soll es ermöglichen, sehr leuchtschwache Sterne und besonders weit entfernte Galaxien zu beobachten. Durch die hohe Bildauflösung könne man viel tiefer in kosmische Strukturen, wie Nebel und Galaxien blicken. So könne etwa aus der Anordnung von Sternenanhäufungen auf deren Entstehungsgeschichte und die Entwicklung weit entfernter Galaxien geschlossen werden.

Auch die minimalen Bewegungen der vermeintlichen Fixsterne werden die Forscher besser analysieren können. Diese Messungen sollen verraten, wo sich verborgene schwarze Löcher in Sternhaufen befinden. Die Kamera wird auch in einem speziellen Beobachtungsmodus arbeiten können, mit dem Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet und charakterisiert werden.

Noch im Laufe dieses Monats erfolgt außerdem der Planungsstart zu einem zweiten Instrument, das mit heimischer Beteiligung entstehen wird. Am Bau des "Mid-Infrared ELT Imager and Spectrograph" (Metis) arbeiten die Universitäten Wien, Innsbruck, Graz und Linz sowie das Johann Radon Institut für Numerische und Angewandte Mathematik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Linz mit. Das Instrument soll "hochaufgelöste Bilder und Spektren auf längeren Wellenlängen als Micado liefern. Es wird vor allem zur Beobachtung kühler Objekte im Universum eingesetzt, wie etwa protoplanetarer Scheiben und der sich darin bildenden Planeten.




Schlagwörter

Astronomie, E-ELT

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Dokument erstellt am 2015-10-06 16:32:02



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