• vom 23.06.2017, 13:11 Uhr

Technologie

Update: 23.06.2017, 13:24 Uhr

Raumfahrt

Forscher haben Kontakt zu "Pegasus"




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Erste Signale des österreichische Kleinsatelliten trafen drei Stunden nach dem Start in Niederösterreich ein.

In 500 Kilometern höhe wird die Sonde "Pegasus" die Erde in einer polaren Umlaufbahn umrundet. - © APAweb / dpa, Frank Rumpenhorst

In 500 Kilometern höhe wird die Sonde "Pegasus" die Erde in einer polaren Umlaufbahn umrundet. © APAweb / dpa, Frank Rumpenhorst

Wiener Neustadt/Neu-Delhi. Der österreichische Kleinsatellit "Pegasus" ist Freitagfrüh erfolgreich mit einer indischen Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Satish Dhawan im Süden Indiens abgehoben. Mittlerweile hat das Projektteam von der Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt auch Kontakt zu der zehn mal zehn mal 20 Zentimeter kleinen und zwei Kilo schweren Sonde, die nun die oberen Schichten der Erdatmosphäre erforscht.

Bodenstationen in Niederösterreich haben bereits erste Signale empfangen und Funkkontakt hergestellt, teilte das für die österreichischen Weltraumagenden zuständige Infrastrukturministerium in einer Aussendung mit. Mit dem kleinen Satelliten verfügt Österreich nun über insgesamt drei Nano-Sonden. Mit "Tugsat-1" und "UniBrite" starteten bereits 2013 zwei Satelliten von Indien aus in ihre Umlaufbahn in rund 800 Kilometer Höhe.

"Pegasus"  umkreist die Erde

Nach dem Start um 6.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit dauerte es Angaben der FH Wiener Neustadt zufolge etwa eine Stunde, bis "Pegasus" seine Orbithöhe von ungefähr 500 Kilometern erreicht hatte, wo die Sonde die Erde in einer polaren Umlaufbahn umrundet. Das erste Signal ging drei Stunden nach dem Start in der Bodenstation der Space Tech Group, einer Vereinigung von Raumfahrt-und Funkbegeisterten, in Langenlebarn ein. Kurz danach wurde auch an der FH Wiener Neustadt Kontakt hergestellt. In den ersten ein bis zwei Monaten ihrer Weltraumreise werden die Systeme der Sonde nun nach und nach in Betrieb genommen, kalibriert und getestet.

"Pegasus" ist Teil eines 36 Mini-Satelliten umfassenden Netzwerks, das von Hochschulen und Forschungsinstituten gemeinsam mit Studenten gebaut wurde. Am Bau des Austro-Satelliten waren neben der FH Wiener Neustadt und derem Forschungsunternehmen FOTEC u. a. auch das aus Studenten aller Fachrichtungen zusammengesetzte Space Team der Technischen Universität Wien beteiligt. Die Space Tech Group hat die Bodenstation gebaut und verantwortet den Datentransfer.

Neue Daten über Thermosphäre erwartet

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried gratulierte den Beteiligten, deren Entwicklung in rund zwei Monaten mit dem Sammeln von Daten über die Thermosphäre beginnt. Dieser Teil der Atmosphäre erstreckt sich von etwa 80 bis 600 Kilometer Höhe. Über diesen Bereich ist noch relativ wenig bekannt, die Abläufe dort sind aber interessant, weil von dort aus das globale Wetter beeinflusst wird.

Von ihrem Projekt erwarten sich die Wissenschafter ein besseres Verständnis der dortigen Vorgänge, was zu längerfristigen Wettervorhersagen führen könnte und auch neue Erkenntnisse über die Erderwärmung mit sich bringen soll. Das Instrument auf "Pegasus" wird die dort herrschenden Temperaturen aufzeichnen. Zusätzlich zur Standardausstattung hat "Pegasus" einen an der FH Wiener Neustadt entwickelten, gepulsten Plasmaantrieb an Bord, der nun erstmals im Weltraum getestet wird.

Zu den drei nun im All befindlichen Austro-Satelliten wird sich im kommenden Jahr mit "OPS-SAT" eine weitere Kleinsonde gesellen. Der Satellit der Technischen Universität (TU) Graz wird dann Software testen, mit der Störquellen im Weltraumfunk gefunden werden können. Bis 2020 soll mit "PRETTY" ein ebenfalls an der TU Graz entwickelter Forschungssatellit starten.

Werbung



Schlagwörter

Raumfahrt

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-23 13:17:19
Letzte ─nderung am 2017-06-23 13:24:33



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Muss Vassilakou gehen?
  2. Wien macht 376 Millionen Euro neue Schulden
  3. Die letzten Prater-Könige
  4. Plötzlich wieder arbeitsfähig
  5. Kein Ende von Büros in Sicht
Meistkommentiert
  1. Grüne setzen nun doch auf Stromantrieb
  2. Muss Vassilakou gehen?
  3. Plötzlich wieder arbeitsfähig
  4. Bei Wahlen ist Stadt-Land kein Spiel
  5. Der gelebte Shitstorm

Werbung




Werbung


Werbung