• vom 21.09.2017, 11:35 Uhr

Technologie

Update: 21.09.2017, 12:27 Uhr

Verkehr

Das Solar-Dach als Stromtankstelle




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Von WZ Online, APA

  • Würde man nur die Hälfte aller Großparkplätze überdachen, könnten 1,4 Millionen E-Autos versorgt werden.

Photovoltaik-Dächer und -Fassaden standen bisher im Mittelpunkt der Forschung. Auch Parkplätze könnten der Solarstrom-Erzeugung dienen. - © APA / dpa, Hendrik Schmidt

Photovoltaik-Dächer und -Fassaden standen bisher im Mittelpunkt der Forschung. Auch Parkplätze könnten der Solarstrom-Erzeugung dienen. © APA / dpa, Hendrik Schmidt

Wien. Kommt es in naher Zukunft tatsächlich zum vermehrten Einsatz strombetriebener Autos in Österreich, stellt sich die Frage, woher die zusätzlich benötigte Energie herkommen soll. Würden rund 50 Prozent der Großparkplätze in Österreich mit Photovoltaik-Anlagen überdacht, könnten mit dem dort erzeugten Strom ungefähr 1,4 Millionen Elektroautos durchschnittlich 15.000 Kilometer im Jahr zurücklegen. Das ist das Ergebnis einer von Forschern der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien durchgeführten Studie, die kürzlich auf einer Fachkonferenz vorgestellt wurde.

In vielen Studien zum Potenzial der Solarenergie stand bisher die Nutzung von Flächen auf Dächern oder an Fassaden im Vordergrund. Für ihre Analyse gingen die Forscher der Boku von einem anderen Ansatz aus: Das Team um den mittlerweile an der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) tätigen Energieexperten Boris Salak überlegte, Parkplätze großflächig mit Photovoltaikpaneelen in einer Höhe von rund drei Metern zu überdachen.

15.000 heimische Großparkplätze

In ihre Modellrechnungen gingen Daten von über 15.000 heimischen Großparkplätzen ein, die alle in der Nähe von Siedlungen liegen. Knapp 60 Prozent davon befinden sich in nur drei Bundesländern, nämlich in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. Neben der geografischen Lage der Parkplätze wurde die Beschattung durch umliegende Gebäude und die tatsächliche Sonneneinstrahlung in den vergangenen zehn Jahren berücksichtigt. Zusätzlich wurde analysiert, welche Firmen aus der Umgebung die dort erzeugte Energie nutzen könnten. Hier zeigt sich laut Salak "eine deutliche Relevanz für Unternehmen aus der Handelsbranche. Ihre Standorte finden sich oft in der Nähe zu Großparkplätzen".

Insgesamt beziffert die aus Mitteln des Wiener Wirtschaftskammerpreises finanzierte Studie das Erwartungspotenzial für Solarstrom von Parkplätzen mit 4,2 Terawattstunden pro Jahr. Das entspräche dann dem Bedarf von rund 1,4 Millionen E-Autos, also rund 20 Prozent aller österreichischer Kraftfahrzeuge. Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit derartiger Überbauungen haben die Wissenschafter bisher noch nicht angestellt. Man hofft jedoch, das in Zusammenarbeit mit einem Partnerinstitut in Zukunft zu analysieren.

Die Studie zum Download.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-21 11:36:03
Letzte ńnderung am 2017-09-21 12:27:57



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