New York. Trent Arsenault ist alles andere als ein Frauenschwarm. Der 36-Jährige würde leicht für 17 durchgehen, er ist klapperdürr und blass, und er arbeitet in der Computerbranche. Sein Heim ist ein Verhau in einem kleinen Tal außerhalb von San Francisco. Ausgestattet ist es mit billigen Industrieregalen, in denen Elektronikgeräte und medizinisches Zubehör in Plastikcontainern lagern.
Doch Arsenault hat es fertiggebracht, 15 Kinder mit 15 Frauen zu haben. Grund dafür, dass Arsenault es trotz seiner eher unterentwickelten Attraktivität zu derartig erstaunlicher Fruchtbarkeit gebracht hat, ist, dass die Damen gar keinen Kontakt mit ihm haben müssen. Der Mann, der aus einer strenggläubigen Familie stammt und sogar noch Jungfrau ist, ist der Star einer stark wachsenden Bewegung: Er vertreibt per Internet direkt seinen Samen an Single-Frauen und Paare mit Kinderwunsch. 500 Lieferungen hat er bereits gemacht, seit er 2010 damit begonnen hat. Arsenault ist der Sexgott der Facebook-Ära und er hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Von CNN bis "Newsweek" widmeten sich bereits zahlreiche prominente US-Medien der eigentümlichen Geschichte des 36-Jährigen.
Geld verlangt Arsenault für seinen Samen nicht. Er fühlt sich vielmehr als Kämpfer für die "99 Prozent", jene große Masse an Durchschnittsamerikanern, die sich die Dienste einer registrierten Samenbank mitunter nicht so einfach leisten könnten. Dort bezahlt man für Spendersamen zwischen 200 und 670 Dollar, was sich bei mehreren fehlgeschlagenen Befruchtungsversuchungen rasch auf ein paar tausend Dollar summiert.
Vorbereitet wie ein Athlet
Begonnen hat das Ganze als Jugendspinnerei. Arsenault war 16 und lebte als Sohn des Pfarrers in einer Kleinstadt in Missouri. Seine Eltern waren eher streng als liebevoll, Freunde hatte er nur wenige. In seiner Freizeit hantierte er mit einem Amateurfunkgerät herum. Irgendwann, in einer stillen Stunde auf dem Dachboden des Pfarrhauses, schworen sich Arsenault und sein bester Freund, dass sie ihr Leben der Wissenschaft widmen und nie heiraten würden. Für den Freund war der Schwur, wie er dem "New York Magazine" jüngst erzählte, "eine Ausrede dafür, dass ich Mädchen, die mir gefielen, nicht ansprechen musste". Für Arsenault hingegen war es bitterer Ernst.
Mädchen, mit denen seine Eltern ihn zusammenbringen wollten, ließ Arsenault kühl abblitzen und konzentrierte sich stattdessen voll auf seine Computerkarriere. Gleichzeitig setzte er sich in den Kopf, dem christlichen Gebot der Nächstenliebe nachzukommen, indem er kinderlosen Paaren zum Familienglück verhilft. Wie ein Hochleistungsathlet bereitete er sich auf diese Aufgabe vor. Er machte jeden Tag Sport und folgte einem speziellen Ernährungsplan, der sein Erbgut und seinen Hormonhaushalt optimieren sollte und seinen Körper rein hielt. 2005 schloss er sich einer Yahoo-Gruppe an, die Samenspender vermittelte.