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  • Artikel vom 22.02.2012, 20:54 Uhr

Digital-Life

Update: 22.02.2012, 20:54 Uhr
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Wer Facebook verweigert, gilt unter Jugendlichen als "MoF" - Mensch ohne Freunde

"Lies’ doch mal ein Buch"


Von Ina Weber
  • Jugendkulturforscherin Grossegger: schlechtes Zeugnis für Tageszeitungen.

"Connected sein" wird mehr und mehr zur Norm bei Kindern und Jugendlichen. - © © Image Source/Corbis

"Connected sein" wird mehr und mehr zur Norm bei Kindern und Jugendlichen. © © Image Source/Corbis

"Wiener Zeitung": Inwiefern hat sich das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen geändert?

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Beate Grossegger: Jugendliche zeigen seit jeher eine spezielle Faszination für das Neue, insbesondere, was Medien und Technologien betrifft. Offen, neugierig und auch sehr spielerisch eignen sie sich die Innovationen an. Besonders deutlich wird das im Bereich der Online-Kommunikation. Für die junge Smartphone-Generation ist es ganz selbstverständlich, am Handy ins Internet zu gehen, und ebenso selbstverständlich ist es, unabhängig von TV-Programm und Fernsehgerät im Wohnzimmer in Mediatheken online fernzusehen. Jugendliche zeigen uns hier vor, was "technische Konvergenz" bedeutet. Das bringt die TV-Anbieter, Radio und vor allem auch die Tageszeitungen natürlich unter Zugzwang. Diese müssen ergänzend zum traditionellen Kerngeschäft eine innovative Online-Performance liefern, wenn sie von jungen Zielgruppen als jugendrelevantes Angebot gesehen werden wollen.

Gibt es eigentlich einen Vergleich mit anderen Ländern?

Wenn man Österreich und Deutschland vergleicht, ist die Situation sehr ähnlich. Das Internet ist in den Medienmix der Jugend fest integriert und punktet als multifunktionaler Allrounder: Es bietet Information, Unterhaltung und ermöglicht Kommunikation mit anderen Usern. Besonders populär sind Web-2.0-basierte Multimedia-Mitmach-Angebote. Im Bereich der Social Communitys liegt Facebook nach wie vor ganz vorne. Wer etwas auf sich hält, ist auf Facebook und hat ein großes Geselligkeitsnetzwerk. 300, 400 Facebook-Freunde sind bei jungen Usern keine Seltenheit. Wer Facebook verweigert, gilt als "MoF", was so viel heißt wie "Mensch ohne Freunde", und "MoFs" sind in der jugendlichen Gesellschaft der Gleichaltrigen ein absolutes "No-go".

Schauen die Jugendlichen noch fern oder hören sie Radio?

Ja, neben Internet in all seinen Spielarten haben auch Fernsehen und Radio in den Medienkulturen der Jugendlichen einen Fixplatz. Fernsehen wird vorrangig als Unterhaltungsmedium genutzt. Besonders beliebt ist fiktionale Unterhaltung, allem voran US-amerikanische Serien. Radio ist meist Hintergrundmedium und bei monotonen Tätigkeiten ein beliebter Alltagsbegleiter. Diesbezüglich zeigt die Jugendmedienforschung in Österreich und Deutschland sehr ähnliche Ergebnisse. Im Tageszeitungsbereich scheint mir die Situation nicht vergleichbar, schon allein deshalb, weil der deutsche Tageszeitungsmarkt ganz anders funktioniert als der österreichische.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 16:35:18
Letzte Änderung am 2012-02-22 20:54:58


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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