• vom 25.04.2012, 15:22 Uhr

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Update: 25.04.2012, 15:22 Uhr
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Wer nicht aufpasst, muss blechen



  • Gericht bestätigt, dass Anwender mit dem Computer auch das Hirn einschalten müssen

Online-Banking: Hinter der aufgeräumten Oberfläche lauern Gefahren.

Online-Banking: Hinter der aufgeräumten Oberfläche lauern Gefahren.Steve Lacey - Creative Commons, Raiffeisen - Collage: G. Jatzek/WZ Online-Banking: Hinter der aufgeräumten Oberfläche lauern Gefahren.Steve Lacey - Creative Commons, Raiffeisen - Collage: G. Jatzek/WZ

Online-Banking ist bequem. Allerdings ist es auch ein beliebtes Arbeitsfeld von Betrügern. Und wer sein Geld allzu sorglos über die Datenleitungen schickt, kann zumindest in Deutschland nicht mit Schadenersatz rechnen. Das entschied gestern der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Im behandelten Fall hatte ein Bankkunde entgegen der Warnung seiner Bank zehn Transaktionsnummern auf einmal eingegeben. Der deutsche Branchenverband Bitkom hat aus dem Anlass einen sechs Ratschläge für sichere Transaktionen im Internet forumliert:


1. Vorsicht bei E-Mails

Banken bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Entsprechende Mails sind immer gefälscht. Dubiose E-Mails von Unbekannten mit angehängten Datei sollte man umgehend löschen. Dahinter könnte ein Schadprogramm stecken, zum Beispiel ein Phishing-Trojaner, der den PC ausspioniert. Solche verdächtigen Dateiensollte man auf keinen Fall öffnen, egal womit gedroht wird. Einschüchterungen zählen zum Arsenal von Betrügern, um Bankkunden unter Druck zu setzen. PC-Nutzer sollten Drohungen ignorieren und Phishing-Mails nie beantworten.

2. Den Computer vor Schädlingen schützen

Entscheidend ist eine gute Sicherheitsausstattung Ihres Computers. Vor der ersten Internet-Sitzung müssen ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall installiert werden, um den PC vor schädlichen Dateien zu schützen. Für diese Schutzprogramme, das Betriebssystem und den Internet-Browser werden regelmäßig Aktualisierungen angeboten, die auch automatisiert abgerufen werden können. Updates sind umgehend zu installieren. Da Schadsoftware zunehmend über Datenträger wie CDs oder USB-Sticks verbreitet wird, sollten diese vor der Nutzung auf Viren geprüft werden. Öffentliche Computer oder Internet-Cafés sind für Bankgeschäfte wenig geeignet.

3. Vorsicht beim Aufruf der Bank-Webseite

Beim Online-Banking sollte man die offizielle Adresse der Bank immer direkt eingeben oder über eigene Lesezeichen (Favoriten) aufrufen. Maßgeblich ist die Adresse, die die Bank in ihren offiziellen Unterlagen angibt. Die Verbindung zum Bankcomputer muss verschlüsselt sein. Das ist erkennbar an den Buchstaben https in der Web-Adresse und einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Internet-Programm (Browser). Zukünftig erkennen Verbraucher sichere Webseiten auch an einer grün hinterlegten Adresszeile, wenn sich der Betreiber vorab einer unabhängigen Prüfung unterzogen hat.

4. Moderne Transaktions-Verfahren nutzen

Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern (TANs) nötig. In den Anfängen des Online-Bankings konnten die Nutzer einen solchen Code aus einer Liste frei wählen. Sicherer ist das iTAN-Verfahren, bei dem die Codes nummeriert sind. Ein Zufallsgenerator der Bank bestimmt, welche TAN aus der Liste eingegeben werden muss. Noch weniger Chancen haben Kriminelle beim mTAN-Verfahren: Die TAN wird dem Kunden aufs Handy geschickt und ist nur kurzzeitig gültig. Weitere Schutzverfahren sind chipTAN und HBCI, bei denen der Kunde als Zusatzgeräte einen TAN-Generator oder ein Kartenlesegerät nutzt. PC-Nutzer sollten ihre Bank fragen und das modernste verfügbare Verfahren wählen.

5. Mit Geheimzahlen richtig umgehen

Passwort (PIN) und Transaktionsnummern nicht auf dem PC speichern. Auch eine automatische Speicherung im Internet-Programm (Browser) ist riskant. Ein frei wählbares Passwort fürs Online-Banking sollte mindestens acht Zeichen lang sein und möglichst aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Fürs Online-Banking unbedingt ein separates Passwort wählen - keines, das auch für andere Dienste im Web genutzt wird. Empfehlenswert ist auch, die PIN regelmäßig zu ändern.

6. Falls es zu spät ist - Schadensbegrenzung

Nicht immer ist das Geld sofort weg, wenn Kriminelle eine Sicherheitslücke ausgenutzt haben. Opfer sollten zuerst die Bank alarmieren: Wenn eine Phishing-Überweisung nicht lange zurückliegt, kann sie manchmal noch gestoppt oder rückgängig gemacht werden. Entsteht doch ein finanzieller Schaden, unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist nötig, um Geld von der Bank zurückzubekommen. Falls der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat, zeigen sich viele Banken kulant.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-25 14:55:47
Letzte Änderung am 2012-04-25 15:22:34


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