• vom 10.05.2012, 12:19 Uhr

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Update: 10.05.2012, 12:31 Uhr
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Künstler rufen zur Verteidigung des Urheberrechts auf

Manifest gegen die Umsonst-Kultur



  • Von Daniel Kehlmann bis Mario Adorf: Künstler protestieren "Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums".

Für Autoren und Künstler sind die Piraten das politische Subjekt der "Umsonst"-Kultur. Die Partei will sich jetzt um eine "Handreichung" bemühen. - APAweb / EPA / Angelika Warmuth

Für Autoren und Künstler sind die Piraten das politische Subjekt der "Umsonst"-Kultur. Die Partei will sich jetzt um eine "Handreichung" bemühen. APAweb / EPA / Angelika Warmuth

Berlin. Bis jetzt waren es Einzelaktionen, nun marschieren eine ganze Reihe prominenter Autoren in Fragen des Urheberrechts vereint. "Wir sind die Urheber. Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums" wurde am Donnerstag im Internet und in der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlicht. Die 100 Erstunterzeichner wenden sich indirekt gegen Initiativen aus mehreren Parteien, das Urheberrecht an die veränderten Bedingungen im Netz anzupassen.

Die Erklärung bezeichnet das Urheberrecht als "historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit" und als "materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen". Sie richtet sich gegen das Argument, dass es einen Interessengegensatz zwischen den eigentlichen Urhebern kreativer Werke und den sogenannten Verwertern gibt, also etwa Verlage, Plattenfirmen und Verwertungsgesellschaften wie die deutsche Gema. Einige Netzaktivisten haben erklärt, dass sich die Urheber im Internet direkt an ihr Publikum wenden und an den Verwertern vorbei Geld verdienen könnten.

Zu den Erstunterzeichnern gehören die Schriftsteller Daniel Kehlmann, Charlotte Roche, Julia Franck, Uwe Tellkamp, Martin Walser und Günter Wallraff sowie Künstler wie der Schauspieler Mario Adorf. Auch der Musiker und Schriftsteller Sven Regener unterschrieb - er hatte die Debatte im März mit einer heftigen Polemik in Fahrt gebracht. Danach wandten sich 51 Drehbuch-Autoren der Krimi-Reihe "Tatort" an die "liebe Netzgemeinde" und warfen dieser vor, die "Umsonstkultur" im Internet in den Rang eines Grundrechts erheben zu wollen. Die Kritik richtete sich insbesondere auch gegen die Piratenpartei, die bei den letzten Wahlen wiederholt erfolgreich war.

Der Urheberrechtsexperte bei den Berliner Piraten, Christopher Lauer, erklärte zu der neuen Künstler-Initiative auf Twitter: "Egal wie viel Unverständnis man für die Aktion in der Zeit hat: Wir müssen das ernst nehmen. Es bedarf einer Handreichung." Jan Engelmann vom Wikimedia-Verein schrieb ebenfalls auf Twitter: "Verwerter denken Urheberrecht als Verbotsrecht, wir suchen Anreize für kreatives Schaffen, rege Nutzung und Beteiligung." Im Blog "netzpolitik.org" schrieb Leonhard Dobusch, der Aufruf in der "Zeit" versuche, "eine Einheitsfront zwischen Urhebern und Verwertern zu suggerieren", beweise aber nur, "dass ebendiese Front am Bröckeln ist".




Schlagwörter

Urheberrecht, Manifest

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-10 12:10:00
Letzte Änderung am 2012-05-10 12:31:52


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