• vom 11.07.2012, 17:26 Uhr

Digital-Life

Update: 12.07.2012, 09:33 Uhr
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Filesharing-Handbuch für Eltern

Geteiltes Leid ist halbes Leid?


Von Sabrina Wegerer

  • Der Download von Musik und Filmen kann teuer werden.

Eltern können sich das Filesharing-Handbuch auch auf ihrem eBook durchlesen. Übrigens: Auch mit Hilfe von eBooks kann man Dateien aus dem Internet runterladen.

Eltern können sich das Filesharing-Handbuch auch auf ihrem eBook durchlesen. Übrigens: Auch mit Hilfe von eBooks kann man Dateien aus dem Internet runterladen.APAweb/EPA/Monica M. Davey Eltern können sich das Filesharing-Handbuch auch auf ihrem eBook durchlesen. Übrigens: Auch mit Hilfe von eBooks kann man Dateien aus dem Internet runterladen.APAweb/EPA/Monica M. Davey

Köln. Da sitzen sie, die Digital Immigrants, und schütteln entsetzt mit den Köpfen. Aus dem Brief, der geöffnet auf dem Küchentisch liegt, blitzt das Wort "Abmahnung" in großen, schwarzen Buchstaben hervor. Verärgertes Schnaufen und verständnislose Blicke machen sich breit. 450 Euro für "unberechtigte Nutzung und Zurverfügungstellung von Musikstücken". Synchron werden alle auffindbaren Zeigefinger in die Luft gestreckt, die Moralpredigt beginnt. Dass sie aber selbst auch nicht wirklich genau wissen, ab wann das Teilen von Daten im Internet illegal ist, wie genau ihr Computer zurückverfolgt werden kann und welche Alternativen es zu den Filesharing-Programmen gibt, wird gekonnt überspielt. Um solche überspitzten Szenen zu vermeiden, hat die Kölner Medienrechtskanzlei Wilde-Beuger-Solmecke das kostenlose "Filesharing-Handbuch", ein eBook, für Eltern, veröffentlicht.

Information

  • Digital Immigrants: Personen, die mit digitaler Technologie erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter konfrontiert wurden.

Gleiche Fehler, teure Abmahnungen

Das Team um Rechtsanwalt Christian Solmecke betreut rechtliche Anliegen von 22.000 Filesharern. Die Juristen sind immer wieder mit den gleichen Fehler konfrontiert, die teure Abmahnungen nach sich ziehen. Deswegen hat sich die Kölner Medienrechtskanzlei dazu entschlossen ein eBook zu schreiben, das als Filesharing-Handbuch in erster Linie für Eltern dienen soll. Die erste Version erschien voriges Jahr. Durch neue Gerichtsurteile und Rückmeldungen von Lesern wurde das Manual auf den neuesten Stand gebracht und kann nun kostenfrei als PDF aus dem Internet heruntergeladen werden. Wer das Handbuch lieber in gedruckter Form lesen möchte, kann es sich auch kostenpflichtig bestellen.

Nicht nur für Eltern interessant

Obwohl das Handbuch primär für Eltern, deren Kinder eine Abmahnung wegen Urheberechtsverletzung bekommen haben, geschrieben wurde, eignet sich der Ratgeber auch für andere Interessierte. Solmecke richtet sich in seinem Vorwort diesbezüglich an Filesharer die erstmalig eine Abmahnung bekommen haben oder die sich einfach nur in die Thematik einlesen möchten. Trotzdem betont er ausdrücklich, dass das Buch zwar als Ratgeber dienen soll, es aber keinen spezialisierten Anwalt ersetzen würde. Das Handbuch erklärt nicht nur "Filesharing" aus dem technischen und rechtlichen Blickwinkel, sondern auch Näheres zu Abmahnungen, passende Reaktionen, gerichtliche Verfahren und weit verbreitete Irrtümer zur Thematik.

Napster oder: Wie alles begann

1998 veröffentlichte der amerikanische Student Shawn Fanning  die erste beliebte Tauschplattform namens Napster. Diese Filesharing-Plattform funktionierte nach dem Peer-to-Peer Prinzip (übersetzt etwa Gleiche-zu-Gleichen) die dem Nutzer ermöglichte auf ihrem Rechner Dateien für andere freizugeben. Durch die Software von Napster wurden diese Dateien durchsuchbar und konnten strukturiert ausfindig gemacht werden. Dazu muss angemerkt werden, dass weder der Dateientausch über das Internet mittels Tauschbörsen, noch die Verwendung der dazu notwendigen Software illegal ist. Unzulässig sind allein die Nutzung und die Verbreitung von urheberrechtlichen geschützten Werken. Napster wurde letztlich durch Klagen zur Schließung der Website gezwungen. Damit war das Problem aber nicht behoben, da andere alternative Tauschplattformen mit P2P-Programmen aufkamen und bis heute existieren.

Die Alternativen zur Alternative

Will man das rechtliche Risiko rund um Filesharing-Plattformen umgehen und ist im Speziellen an Musikdateien interessiert, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Spezielle Musik-Streaming-Software wie zum Beispiel Spotify überträgt Musikdateien über das Internet durch eine Kombination aus serverbasiertem Streaming und der Peer-to-Peer-Technologie (P2P). Da alle verfügbaren Musikstücke in der Datenbank von Spotify von Musiklabels zur Verfügung gestellt werden, kann man diese ohne Bedenken legal anhören. Im Fall von Spotify nützt man die Software entweder kostenlos und lässt Werbeunterbrechungen über sich ergehen, oder man zahlt pro Monat einen kleinen Beitrag und bekommt die Musikstücke ohne Werbung und am Handy zur Verfügung gestellt. Andere derartige Programme sind zum Beispiel last.fm, Aupeo, Deezer, Simfy, Rdio und Rhapsody.

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Filesharing Handbuch




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-11 17:57:33
Letzte Änderung am 2012-07-12 09:33:52


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