Kurzes Gedudel der Signation. Danach die Ansage: "Sie hören Radio XY". Abermals Gedudel. Anschließend Werbung und Moderatorengewitzel. So kennt man Radio, wenn man nicht gerade Ö1 hört. Immer weniger Hörer haben allerdings Lust darauf und wandern ins Internet ab.
Wer an einem Sonntag ins "Franz" in der Wiedener Preßgasse frühstücken geht, hört einen Mix aus Indy-Rock, Weltmusik, Folk, Blues und eine Menge Stücke aus der Rockgeschichte. Der interessante Mix stammt von Radio Paradise, einer der beliebtesten Internet-Stationen. Der Sender aus der Kleinstadt Paradise, Kalifornien ist werbefrei und lebt von Beiträgen der mehr als 90.000 registrierten User.
Die stilistische Bandbreite der meisten Internet-Stationen ist jedoch weniger für Cafés und Gasthäuser geeignet. Zumeist konzentriert man sich auf klar definierte Interessen, seien es Musikstile oder regionale Information. Das Angebot lockt bereits 12 Millionen Deutsche mehrmals in der Woche, 3,7 Millionen sogar täglich. Weitere 12 Millionen greifen auf Internetradio-Streams mehrmals pro Monat zu. Das ergibt eine aktuelle Studie im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom.
Zuletzt haben Smartphones und Tablets haben für die Erweiterung des Hörerkreises gesorgt. Schnelle mobile Zugänge über den Hochgeschwindigkeitsstandard LTE werden für einen weiteren Schub sorgen, prognostiziert die Studie. Zudem wird die Zahl der Geräte, die für den Empfang von Radiostreams vorbereitet sind, immer länger. Mit WiFi-Stereoanlagen und Smart TVs hat das Internet längst Einzug ins Wohnzimmer gehalten.