• vom 27.08.2012, 20:20 Uhr

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Update: 27.08.2012, 20:26 Uhr
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Nokia und Windows könnten als Gewinner des Streits hervorgehen


Von Sophia Freynschlag

  • Nokias Windows-Smartphones sind weitgehend vor Patentklagen geschützt.

Wien.



Die Strafe für Samsung im Patentstreit kommt nicht nur dem Sieger Apple selbst, sondern auch einzelnen weiteren Herstellern zugute: Die Partner Nokia und Windows konnten sich zuletzt nicht gegen die übermächtigen Betriebssysteme Android, mit dem auch der führende Hersteller Samsung arbeitet, und iOS (Apple) durchsetzen. 85 Prozent der weltweit abgesetzten Smartphones nutzen eines der beiden Betriebssysteme.

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Der Wert der stark gebeutelten Nokia-Aktie legte nach dem Urteil um mehr als zehn Prozent zu, während die Aktie von Samsung um knapp acht Prozent verlor. Die Gerichtsentscheidungen könnten Unternehmen von HTC über Motorola bis Sony, die Smartphones mit dem Google-Betriebssystem herstellen, verunsichern: Bis zu 15 Patente von Apple und anderen Firmen soll Android rund um den Globus verletzen; und nicht jeder Hersteller verfügt über eine so gut gefüllte Kriegskasse wie Samsung.

"Neben Apple halten wir Microsoft und Nokia für die größten Profiteure dieses Urteils", stellte Nordea-Analyst Sami Sarkamies fest. Die Nomura-Experten äußerten sich ähnlich: "Wir denken, dass die wahren Gewinner Microsoft und das Windows-Handy sein werden." Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft sei in guter Position und könne nun Konsumenten dazu bringen, von Android-Geräten auf sein Betriebssystem Windows umzusteigen.

Nokias Zukunft hängt an neuem Windows-Smartphone
Windows Phone war bisher zwar am Markt nur mäßig erfolgreich, ist aber durch rechtliche Vereinbarungen mit Apple vor Patentklagen weitgehend geschützt. Mit der neuen Version Windows Phone 8 will Microsoft endlich einen Fuß ins Mobilfunkgeschäft bekommen. Ob das Programm aber ein ernstzunehmender Rivale von Android und iOS wird, gilt als ungewiss.

Am 5. September will Partner Nokia voraussichtlich zwei neue Smartphones der Lumia-Reihe mit Windows 8 in New York präsentieren. Die Markteinführung des neuen intelligenten Mobiltelefons sehen Experten als mitentscheidend für Nokias Zukunft an. Der finnische Konzern hat mit großen Problemen zu kämpfen: Im ersten Quartal schrieb das Unternehmen fast eine Milliarde Euro Verlust, im zweiten Quartal sogar 1,41 Milliarden Euro. Besonders schmerzte, dass der Absatz von Smartphones gesunken ist.

Bis vor Kurzem war Nokia weltgrößter Handyhersteller, verschlief aber lange die Entwicklung von Smartphones, die derzeit laut dem Marktforscher Gartner fast 37 Prozent der verkauften Mobiltelefone ausmachen. Abgelöst wurde er von Samsung. Apple liegt mit seinem Verkaufsschlager iPhone auf dem dritten Platz unter den Handy-Produzenten - und wird vermutlich noch in diesem Jahr ein neues Modell herausbringen.

Neues Blackberry-Modell verzögert sich
Ähnlich brenzlig wie bei Nokia ist die Situation beim Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM): Während der Marktanteil des Android-Betriebssystems gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozentpunkte auf 68 Prozent gewachsen ist, rasselte RIM von 11,7 auf 5,2 Prozent Marktanteil. Einst waren die Blackberry-Geräte die Statussymbole von Managern, wurden aber durch Mobiltelefone der Konkurrenz abgelöst.

Der kanadische Hersteller hatte mit seinen vor allem auf mobile E-Mail-Dienste zugeschnittenen Geräten den Trend zu Touchscreen-Smartphones verpasst. Die aktuellen Modelle verkaufen sich schlecht. Nun hofft der Konzern, dass ein neues Modell den erfolgreicheren Rivalen endlich Paroli bieten kann. Doch die Markteinführung des nächsten Betriebssystems Blackberry 10 musste der deutsche Chef Thorsten Heins gerade erst vom vierten Quartal auf 2013 verschieben.




Schlagwörter

Nokia, Windows

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-27 18:35:05
Letzte Änderung am 2012-08-27 20:26:05


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