• vom 06.05.2016, 16:53 Uhr

Digital-Life


Konferenz

Das Spiegelbild der digitalen Gesellschaft




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Von Gregor Kucera

  • Die re:publica widmete sich heuer wieder den großen Trendthemen der vernetzten Welt.

Hinter dieser Maske steckt virtuelle Realität.

Hinter dieser Maske steckt virtuelle Realität.© Bensch/reuters Hinter dieser Maske steckt virtuelle Realität.© Bensch/reuters

Berlin.Wie werden wir in Zukunft leben? Welche Herausforderungen ergeben sich durch den Einsatz neuer Technologien in einer digitalisierten Welt? Wie kann man sich vor Überwachung schützen? Sind VR und 360-Grad-Aufnahmen der Weisheit letzter Schluss für die Medienwelt? Wie sieht es mit Arbeitnehmerrechten, Frauenrechten und Minderheiten im Internet aus? Und wofür sind 3D-Drucker zu gebrauchen?

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Themen, die auf der diesjährigen Netzkonferenz re:publica in Berlin diskutiert wurden. Zum zehnten Jubiläum gaben sich zahlreiche prominente Sprecherinnen und Sprecher ein Stelldichein und diskutierten mit mehr als 8000 Besuchern über die Herausforderungen der Zukunft. Ein Spiegelbild der digitalen Gesellschaft wolle man sein, so die Veranstalter im Vorfeld. Und die Erwartungen wurden erfüllt.

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In seiner Eröffnungsrede gab sich Republica-Mitgründer Johnny Haeusler gleich kämpferisch: "Ich werde immer gefragt, was hat sich nach zehn Jahren verändert?" Um dann auch gleich selbst die Antwort zu liefern: "Alles. Alles hat sich verändert." Mehr als 700 Teilnehmer boten ein breites Spektrum an Themen, die von Kunst über Netzpolitik über das freie Internet, virtuelle Realität, die Zukunft von Menschenrechten und neuen Innovationen und Denkanstößen reichten. Gleich zu Beginn sorgten die TTIP-Leaks von Greenpeace für heftige Diskussionen - nicht nur auf der Konferenz selbst, sondern auch in den europäischen Medien. Auch von Seiten der Aufdecker der "PanamaPapers" wurde neues Material angekündigt. Und im Rahmen der Medientage zeigten Start-Ups und etablierte Fernsehsender, wie etwa ZDF oder Arte, wie sie in Zukunft mit 360-Grad-Aufnahmen und virtueller Realität (VR) den Medienkonsum verändern wollen. Man sei bereits sehr weit fortgeschritten, aber es läge noch ein weiter Weg vor den Anbietern, bis sich VR wirklich etabliert habe, so der Grundtenor.

Wie Unternehmen, wie Uber oder AirBnB bereits heute Realität und digitale Welt verbinden und diese massiv verändern, war in einigen Diskussionsveranstaltungen Thema. Die Rechte der sogenannten "Clickworker" oder der großen Flut an neuer Selbstständiger, die ihre eigene Wohnung oder ihr eigenes Auto zu Geld machen, die öffentliche Infrastruktur nutzen und deren Auftraggeber aber nicht einmal Steuern zahlen, war ebenfalls ein wesentlicher Punkt bei den Talks zu "Arbeit 4.0".

Landraub und Feminismus
Die US-amerikanische Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin Saskia Sassen gab bei ihrem Vortrag mit dem Titel "What is behind the new Migrations: A Massive Loss of Habitat" einen Einblick in das Thema Landraub. Viele Menschen seien auf der Flucht, weil ihr eigenes Land verkauft wurde. Ohne Chance auf Arbeit müssen diese Menschen fliehen. Und dies nicht nur in Afrika oder Asien. Auch in Frankreich, England oder vor allem am Balkan seien ganze Landstriche im Besitz großer Konzerne. Die kleinen Landwirtschaften verschwinden und auch Wasser wird aufgrund von Verkäufen und Spekulationen ein immer knapperes Gut.

Die bekannte Autorin und Aktivistin Laurie Penny diskutierte mit dem Publikum über Frauenrechte im Internet und den Backlash des Feminismus.

In zahlreichen Workshops wurde Näheres zu 3D-Druck, Bitcoins oder auch Verschlüsselung und dem Schutz der Privatsphäre vermittelt. Eine spannende und wichtige Veranstaltung, die zeigt, was im Internet wichtig ist.




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Dokument erstellt am 2016-05-06 16:56:04



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