• vom 06.05.2016, 19:07 Uhr

Digital-Life

Update: 09.05.2016, 11:26 Uhr

TEDxVienna

Die Zukunft der Intimität




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Von Gregor Kucera

  • Von der Liebe in globalisierten Zeiten und anderen zwischenmenschlichen Herausforderungen.

Wien. Im ausverkauften Wiener MAK fand am Freitag Abend die TEDxVienna mit dem Titel "The Future of Intimacy" statt. Die SprecherInnen gingen dabei der Frage nach zwischenmenschlichen Beziehungen in Zeiten der Globalisierung und des Internet nach.

"Globalisierung hat einen schlechten Ruf. Und ja, viele Dinge laufen falsch. Aber Globalisierung und Technologie bringen Menschen zusammen", so die Eröffnungssprecherin Wendy Williams bei ihrem Vortrag "The Globalisation of Love".

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Gesichtserkennung für ein besseres Leben

"Die Vorteile von Gesichtserkennung in intelligenten Anwendungen übersteigt bei Weitem die möglichen Nachteile", meint Wissenschafterin Rana el Kaliouby, die mit ihrem Team eine Technologie entwickelt hat, die Emotionen für Anwendungen erfassbar machen soll.

Einen Schritt weiter geht der MIT-Wissenschafter Dan Chen, der erforscht ob Empathie auch gegenüber Robotern möglich sein wird. Wenn in Zukunft mehr und mehr Roboter mit Menschen interagieren und zusammenleben, scheint gegenseitiges Verstehen und eine gewisse Empathie ein wesentliches Element zu sein. Chen präsentierte eine Reihe von mechanischen Geräten, die den Menschen berührt - an der Hand streichelt oder an der Schulter berührt. Sozusagen der Beginn einer gewissen Mensch-Maschinen-Intimität.

Sexting und die Sprache des Digitalen

Amy Adele Hasinoff widmete sich in ihren wissenschaftlichen Untersuchungen dem Thema "Sexting". In ihrem Buch "Sexting Panic" widmete sich dieser Thematik in aller Breite. Auf der TEDxVIenna sprach sie über die Vorteile und Möglichkeiten des Austauschs sexueller Inhalte über Smartphone, PC und in Chats. Die neuen Kommunikationstechnologien sind aus ihrer Sicht sowohl Grund als auch die Lösung für soziale Probleme.

Die Sexkolumnistin und Sextrainerin Yana Tallon-Hicks berichtete über ihre Erfahrungen mit Pornos und dem komplizierten Sexleben in unserer digitalen Gesellschaft. Das Geheimnis der weiblichen Klitoris und des weiblichen Orgasmus waren ebenfalls Thema. Aus ihrer Sicht lernen Teenager zu viel Schlechtes aus Onlinepornos. Das Thema Sexualität werde in Schulen zu wenig beachtet und sei meist eine rein biologische Abhandlung. Tallon-Hicks fordert daher eine bessere Bildung von Jugendlichen. "Das größte Problem in der heutigen Zeit ist, in welcher Hand halte ich mein Handy und mit welcher Hand befriedige ich mich?", so Tallon-Hicks mit Augenzwinkern.

"Das Problem sind nicht die Pornos, wir sind das Problem", so die Sextrainerin, "Wir müssen mit Jugendlichen über Pornos reden. Wir müssen ihnen sagen, dass dies keine Dokumentationen über Sex sind. Wir müssen den Jungen beibringen, wie sie über Sex und ihre sexuellen Wünsche und Vorlieben reden können."

Von Tinder und Sex ohne sich zu berühren

"Man muss nicht physische Nähe haben, um Sex zu haben oder intim zu werden", meint Toon Timmermans, Gründer von Kiiroo, einer Online-Plattform um Intimitäten auszutauschen. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Endgeräte und Tools um Menschen die Möglichkeit zu geben, Intimität auszutauschen, selbst wenn sie kilometerweit entfernt sind. Echtzeit-Stimulation über Vibratoren und ein Gegenstück für den Mann sei das Ding der Stunde, so Timmermans. Neue Möglichkeiten werden auch durch virtuelle Realität ermöglicht. Damit sei nun endlich auch der echte "Mindfuck" möglich, so Timmermans. Na dann auf in die Zukunft. "Allerdings - Nichts ist besser als echter, gemeinsamer Sex, aber wir ermöglichen eine Alternative, wenn dieser nicht möglich ist."

Einen weiteren Blick in die nahe Zukunft beziehungsweise die jetzt schon vorhandenen technologischen Möglichkeiten, lieferte Ghislaine Boddington, die bei "body>data>space" an neuen Möglichkeiten der Mensch-Maschinen-Interaktion arbeitet. Roboter oder Hologramme würden bald eine wesentliche Rolle spielen, meint Boddington. Sie ist sich aber ziemlich sicher, dass virtuelle Realität einen wirklichen Ersatz für Sex in Zukunft bieten würde. Die Datenbrillen seien dafür einfach zu groß und unbequem. Das Thema Sex dürfte also selbst in Zeiten von Robotern und VR immer noch ein zutiefst menschliches sein, und das ist gut so.

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Schlagwörter

TEDxVienna, Intimität

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-05-06 19:09:56
Letzte nderung am 2016-05-09 11:26:39



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