• vom 10.02.2017, 11:30 Uhr

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Update: 10.02.2017, 11:33 Uhr

Social Media

Instagram ruiniert sich selbst




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters, grex

  • Neuerungen machen Dienst immer austauschbarer, YouTube bekommt mehr Live-Streams und Twitter mehr Kontrolle.

Ein Moment, ein Bild - oder doch besser mehrere auf einmal?

Ein Moment, ein Bild - oder doch besser mehrere auf einmal?© APAweb/AFP, Getty Images for Vulture Festival, Bryan Bedder Ein Moment, ein Bild - oder doch besser mehrere auf einmal?© APAweb/AFP, Getty Images for Vulture Festival, Bryan Bedder

WWW. Das Ende von Instagram? Das beliebte soziale Netzwerk am absteigenden Ast? Kann das wirklich sein? Twitter und Snapchat ebenfalls mit sinkenden Beliebtheitswerten. Facebook ohnehin schon veraltet. Google+ nutzt eh niemand - mehr. Soziale Netzwerke in der Krise? Das Dilemma der Anbieter heißt Innovation. Viele Anwender nutzen unterschiedliche Angebote für verschieden Zielgruppe und Bereiche, doch wachsen die Features der Angebote mehr und mehr zusammen.Twitter will Facebook will Instagram will YouTube will Google+ will WhatsApp sein.

Vor allem die neuesten "Innovationen" bei Instagram scheinen zahlreiche AnwenderInnen nur sehr mäßig zu freuen: das "Album"-Feature. Für die Fans ist es eine logische Weiterentwicklung, da man nun auch mehrere Bilder in einem einzelnen Post zusammenfassen kann, Kritiker sehen damit den Grundgedanken von Instagram zerstört - nämlich einen einzelnen Moment mit einem Bild festzuhalten und zu teilen.

Erfolgsgeschichte

Schon zum Start im Jahr 2010 hieß es, dass Instagram ein billige Kopie anderer Photo-sharing-Apps wäre, etwa Hipstamatic oder PicPlz. Doch Instagram strafte seine Kritiker Lügen und etablierte sich. Einfachheit und Filter waren die Erfolgsfaktoren. Als Facebook den Dienst 2012 aufkaufte, wurde Instagram noch populärer.  Und im vergangenen Jahr setzte man mit der Möglichkeit Kommentare zu "liken", Live-Videos oder der Snapchat-Kopie "Stories" neue Akzente. Alle diese Änderungen hatten aber keine Auswirkungen auf den eigentlichen Grundgedanken: ein Moment, ein Foto.

"Albums" ist nun jedoch anders. Es werden mehr Fotos - nämlich bis zu zehn - auf einmal geteilt werden können. Nicht mehr das Foto, sondern der kleine Foto-Stream. Eine weitere Reizüberflutung. Nun kann man also sein gesamtes zehn-gängiges Menü auf einmal "foodpornen".

YouTube bekommt mehr Livestreams

YouTube will stärker bei Livestreams mitmischen. Zunächst bekommen Betreiber von YouTube-Kanälen mit mehr als 10.000 Abonnenten die Möglichkeit zu Live-Übertragungen von ihrem Smartphone aus, wie die Google-Videoplattform am Dienstag ankündigte. Die Funktion wird direkt in die YouTube-App integriert.

Der zuständige YouTube-Manager Kurt Wilms betonte, dass die Plattform schon seit 2011 Live-Videos übertragen habe. Zuletzt sorgten vor allem der Twitter-Dienst Periscope und Facebook mit Livestreams vom Smartphone für Aufmerksamkeit. Die neue Funktion wurde bereits rund einem halben Jahr mit einigen hundert YouTube-Autoren getestet. "Jetzt werden es Hunderttausende sein", sagte Wilms. Die Livestreams sollen in die allgemeine YouTube-Plattform integriert werden und auch in einem separaten Bereich sichtbar sein.

Regulär eingeführt wird die bereits angekündigte Funktion "Super Chat". Das ist die Möglichkeit für Nutzer, sich für Geld einen oberen Platz in den Kommentaren zu einem Video für bis zu fünf Stunden zu sichern.

Twitter will missbräuchliche Inhalte bekämpfen

Der Kurznachrichtendienst Twitter will verstärkt gegen Hass im Netz und problematische Inhalte vorgehen. So wolle man Accounts, die zu Missbrauchszwecken eingerichtet werden, Einhalt gebieten, kündigte das US-Unternehmen am Dienstag an. Dabei gehe es vor allem darum, Leute zu identifizieren, die permanent von Twitter ausgeschlossen werden und dann immer wieder neue Konten einrichten.

Darüber hinaus will das Unternehmen die Algorithmen verbessern, damit etwa geblockte Inhalte nicht mehr in den Suchergebnissen auftauchen. In einem dritten Schritt geht es darum, kontroverse Inhalte in der Timeline weniger sichtbar zu machen. Missbräuchliche und minderwertige Antworten sollen weniger prominent dargestellt beziehungsweise ausgeblendet werden. Die Inhalte werden aber nicht gelöscht, sie können noch aktiv gesucht werden.

Mit der noch recht vagen Ankündigung reagiert Twitter auf permanente Vorwürfe, dass das Netzwerk - ebenso wie Facebook - nicht aktiv genug gegen Spam und Hass vorgeht. Die neuen Features sollen weltweit eingeführt werden, je nach Land in den kommenden Tagen oder Wochen.

Facebook startet "Community Help"

Facebook wiederum kündigte an, dass man ein neues Feature starten will, um Menschen in Katastrophen eine bessere Hilfestellung anzubieten.

Das weltgrößte soziale Netzwerk will es den Mitgliedern mit Community Help", das im Falle von Katastrophen aktiviert wird, erleichtern, zu kommunizieren und sich zu finden. Das Feature "Safety Check" wird weiterhin bestehen bleiben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-02-09 10:55:17
Letzte Änderung am 2017-02-10 11:33:06



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