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  • Artikel vom 28.09.2011, 09:02 Uhr

Digital-News

Update: 28.09.2011, 15:00 Uhr
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Daten von Tiroler Gebietskrankenkasse geleakt

Anonymous outet Hansi Hinterseer und andere Prominente


Von Gregor Kucera
  • Angeblich 600.000 Datensätze.
  • Firewalls laut Obmann "nicht geknackt".
  • Gruppe: Daten nicht durch Hack erhalten.
  • Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Was passiert mit unseren Daten? Die Aktionen von Anonymous zeigen gesellschaftliche Wirkung. Ob man die Vorgänge nun für in ordnung empfindet oder nicht, es wird diskutiert.

Was passiert mit unseren Daten? Die Aktionen von Anonymous zeigen gesellschaftliche Wirkung. Ob man die Vorgänge nun für in ordnung empfindet oder nicht, es wird diskutiert.APAweb/EPA Was passiert mit unseren Daten? Die Aktionen von Anonymous zeigen gesellschaftliche Wirkung. Ob man die Vorgänge nun für in ordnung empfindet oder nicht, es wird diskutiert.APAweb/EPA

Wien. Was haben Hansi Hinterseer, Tobias Moretti und Nicole Hosp gemein? Sie  waren bei der Tiroler Krankenkasse versichert und sind damit - nach 25.000 heimischen Polizistinnen und Polizisten - die neuen "Opfer" von Anonymous Austria.

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Der Österreichableger von Anonymous, AnonAustria, hat offenbar erneut zugeschlagen: In der Nacht auf Mittwoch gab die Gruppe bekannt, dass ihnen die Daten von Personen, die bei der Tiroler Gebietskrankenkasse versichert waren, zugespielt wurden. Unter den Betroffenen waren Schlagersänger Hansi Hinterseer, Schauspieler Tobias Moretti und Skifahrerin Nicole Hosp. AnonAustria betonte auf ihrem Twitteraccount, dass sie die Daten nicht durch einen Hack erhalten, sondern dass sie "zufällig darüber gestolpert seien". Auch eineVeröffentlichung der Daten sei nicht geplant.

Angeblich 600.000 Datensätze

Die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) versuchte am Mittwochvormittag die Herkunft der Datensätze zu klären. Obmann Michael Huber schloss aus, dass Krankengeschichten gehackt worden sein könnten. Die doppelte Firewall der TGKK sei "nicht geknackt" worden, betonte Hube. Laut Medienberichten soll der Österreichableger von Anonymous, AnonAustria, im Besitz von 600.000 Datensätzen TGKK-Versicherter sein, darunter auch Prominente wie Schlagersänger Hansi Hinterseer, Schauspieler Tobias Moretti oder Skifahrerin Nicole Hosp.

Es könnte sich um Datensätze handeln, die die Krankenkasse monatlich an Vertragspartner wie zum Beispiel Ärzte oder das Rote Kreuz weitergebe. Damit könne überprüft werden, ob jemand tatsächlich versichert sei. Nicht enthalten seien dabei Aufzeichnungen über Erkrankungen der 550.000 TGKK-Versicherten, beteuerte Huber.

"Wir tappen noch im Dunkeln"  
Bereits am Vormittag hatten Fachleute der Landeskriminalabteilung Tirol der Gebietskrankenkasse einen Besuch abgestattet. "Im Moment tappen wir noch im Dunkeln", meinte Huber zur Frage über die mögliche Schwachstelle im Datentransfer. Es handle sich um eine "kriminelle Geschichte", auch wenn AnonAustria angeblich "zufällig" über die Datensätze gestolpert sei.

  Inzwischen gingen laut TGKK-Direktor Heinz Hollaus Anrufe besorgter Versicherter ein, die ihre E-Card sperren lassen wollten. Auf der E-Card seien aber "keinerlei sensible Daten gespeichert". Sie diene lediglich dazu, beim Vertragspartner einen Leistungsanspruch nachzuweisen, betonte der Direktor.

"Auf dem neuesten Stand" 
Die Daten der Versicherten seien "nach dem neuesten Stand der EDV-Technik gesichert". Daten über Diagnosen, Medikamentenkonsum und Einkommensverhältnisse seien "bestmöglich geschützt". Die TGKK sei gesetzlich oder vertraglich verpflichtet, gewisse Daten an Körperschaften öffentlichen Rechts und Vertragspartner etwa zu Abrechnungszwecken weiterzugeben. Diese Weitergabe erfolge auf gesicherten Leitungen, alle Empfänger würden ebenfalls den strengen Datenschutzbestimmungen unterliegen, beteuerte der TGKK-Direktor.

Huber kündigte eine "Anzeige gegen unbekannt" an. Die Polizei und deren Fachleute sollten sich mit der Veröffentlichung der Daten befassen. Es handle sich um eine "kriminelle Geschichte", auch wenn man angeblich "zufällig" über die Datensätze gestolpert sei.

Vorratsdatenspeicherung
Der Gruppe geht es dabei allerdings weder um die öffentliche Bloßstellung von Personen, noch darum mit den Daten Geld zu verdienen, sondern die Sicherheitsprobleme im Internet beziehungsweise in Zusammenhang mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung aufzuzeigen.

 Vater von Nicole Hosp empört
Empört zeigte sich der Vater und Manager der Tiroler Skirennläuferin Nicole Hosp, Hans Hosp über den angeblichen Diebstahl von Daten der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK). Er sprach von "Wahnsinn". Der Österreichableger von Anonymous, AnonAustria, hat Daten von Personen veröffentlicht, die bei der TGKK versichert sind.

Entweder seien die Informationen schlecht gesichert gewesen oder es werde "Schindluder" getrieben. Das Veröffentlichen derartiger Daten "ist nicht lustig, ich verstehe nicht, dass das passieren kann", meinte er. Tochter Nicole war am Mittwoch übrigens nicht in Österreich. Sie trainierte in der Schweiz.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-09-28 09:07:22
Letzte Änderung am 2011-09-28 15:00:03


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