Wien. Am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, wird das Team um Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) mehrere Medienkanäle starten. Twitter, Facebook, eine neue Homepage und sogar eine App für iPhone und Android soll es geben. Wie diese Dienste genutzt werden, ist klar: Twitter eignet sich für die schnelle Übertragung kurzer Nachrichten, Journalisten sollen so mit Ankündigungen versorgt werden.
Publikum außerhalb der Presse ist eher auf Facebook zu finden, der Kanzler und sein Team werden hier etwas ausführlichere Texte und Videos veröffentlichen. Denn auch ein YouTube-Kanal ist in Arbeit. Mobile Geräte werden mit Apps versorgt, die kostenlos erhältlich sein wird.
Den Großteil der Kommunikation werden die Mitarbeiter übernehmen, die in der "Er-Form" über Faymann schreiben. Er selbst ist natürlich auch beteiligt und wird sich aus der ersten Person die Ehre geben. Während Videos und Facebook-Posts auch vom Kanzler kommen werden, bleiben die Twitter-Meldungen vorerst den sieben Mitarbeitern überlassen. Sollte es Sinn machen, könnte sich das jedoch ändern.
Lukas Mandl, Generalsekretär des Arbeitnehmerbundes, widmete dem Social-Media-Auftritt des Kanzlers gleich eine Aussendung. Wer von der Eröffnung eines Twitter-Accounts redet, statt ihn einfach anzulegen und loszuschreiben, habe die Idee von Social Media nicht verstanden, zeigte sich der ÖVP-Mann kritisch-empört. BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland bekrittelte die "enorme Geldverschwendung" und kündigte eine parlamentarische Anfrage zu den genauen Kosten des Social Media-Auftritts an.
Bis der echte Kanzler auf Twitter zu finden ist, kann man einem nicht ganz so echten Faymann folgen. Der ließ allerdings schon länger nichts Neues mehr von sich lesen.
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