• vom 21.10.2011, 11:55 Uhr

Digital-News

Update: 21.10.2011, 12:05 Uhr

Spiele

Spielen "gehört überall hin, würde uns glücklicher und produktiver machen"




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  • "Game City": Spiele für Doris Rusch "symbolische Handlungsplätze"
  • Österreichische Wissenschafterin und Game-Designerin spricht bei der "F.R.O.G."-Konferenz in Wien

Wohin geht die Reise? Die Zukunft der Computerspiele ist Thema an diesem Wochenende in Wien. Die Game City öffnet wieder ihre Pforten. - © APAweb

Wohin geht die Reise? Die Zukunft der Computerspiele ist Thema an diesem Wochenende in Wien. Die Game City öffnet wieder ihre Pforten. © APAweb

Wien/Chicago. Spiele, Medienkompetenz und Gesellschaft: Es ist ein breites Themenspektrum, das die diesjährige "Future and Reality of Gaming"-Konferenz im Rahmen der Spielemesse "Game City" im Wiener Rathaus abdeckt. Für Doris Rusch, österreichische Assistenzprofessorin an der DePaul University in Chicago, ist etwa die "Connectedness", die sich u.a. in Twitter und Facebook manifestiert, "ein weiterer Ausdruck des großen menschlichen Bedürfnisses, miteinander zu spielen". Im Rahmen der Konferenz wird die Wissenschafterin einen Vortrag zu Game-Design halten, mit der APA sprach sie über spielerische Zugänge, Trends in der Entwicklung und symbolische Handlungsplätze.

Information

"Future and Reality of Gaming"-Konferenz im Rahmen der Spielemesse "Game City" von 21. bis 23. Oktober im Wiener Rathaus.
Hier geht es zum Live-Stream der Vorträge


Das Konferenzthema lautet "Applied Playfulness". Wo findet sich aus Ihrer Sicht diese Verspieltheit im Schnittfeld zwischen Alltag und Technik?

Doris Rusch: Am sichtbarsten festmachen lässt sich das im Moment am "Gamification"-Trend - dass eben alles, was im allgemeinen Glauben nicht soviel Spass macht, in eine Spielstruktur gegossen wird, um damit Ziele zu erreichen. Für mich ist "Applied Playfulness" absolut allgegenwärtig und eigentlich nichts Neues. Es scheint nur ein gesellschaftlicher Trend zu sein, dass man darüber redet und es auf einmal so herausstreicht. Es ist etwas, das die Leute ausblenden, wenn sie kein spielerisches Element in ihrem Alltag haben. Im abgegrenzten Bereich von PC- und Konsolenspielen ist Spielen sicher aufgehoben ist - da gehört es hin, auch im Glauben der Allgemeinheit. Aber eigentlich gehört es überall hin, würde uns glücklicher und produktiver machen und sollte alles durchziehen, weil es unsere Kreativität beflügelt.

Welche Bedeutung haben Spiele für eine allgemeine Medienkompetenz?

Rusch: Das sind Medien, die uns umgegeben, und wir sollten ebenso wie bei Film, Literatur oder Comics wissen, wie sie funktionieren und mit welchen Mechanismen und Mitteln sie Bedeutung generieren. Wie können wir handlungsfähige und mündige Bürger in einer Gesellschaft sein, die immer mehr von interaktiven Entertainment-Produkten bestimmt wird, wenn wir nicht verstehen, wie diese eigentlich funktionieren?

In Spielen geht es nicht nur um Sieg oder Niederlage, auch alltäglichere Themen werden verhandelt. Wie könnte man das einer größeren Öffentlichkeit bewusst machen?

Rusch: Am besten wohl dadurch, dass man die Spiele einfach macht und nicht davor zurückschreckt, wirklich komplizierte Themen herzunehmen. Die Designkompetenz müsste man ausbauen, weil wir eigentlich gar nicht wissen, wie man Spiele über Liebe oder andere abstrakte Ideen macht. Wenn man die Spiele in die Welt hinausschickt, wird das Medium von selber wachsen. Auch der gesellschaftliche Diskurs drum herum wird sich verändern, sobald es Produkte gibt, die zeigen: Spiele können mehr. Warum sollten die nicht genauso profunde Themen aufgreifen wie Literatur und Film?

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Dokument erstellt am 2011-10-21 11:59:33
Letzte Änderung am 2011-10-21 12:05:27



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