
Das Jahr 2011 brachte einen deutlichen Wandel in der Linux-Welt. Der große Stern am Himmel der freien Software, das Betriebssystem Ubuntu, muss einen herben Rückschlag einstecken. Seit langer Zeit unangefochten Nummer Eins unter den Linux-Distributionen belegt man aktuell lediglich Platz Vier. Der große Gewinner im aktuellen Ranking heit "Linux Mint".
Auffrisiertes Ubuntu
"linux Mint" basiert zu einem großen Teil auf Ubuntu-Code zeigt sich aber nocht anwender- und anfängerfreundlicher als sein früheres Vorbild. Zudem wurden eigene Entwicklungen integriert, die eine deutliche Verbesserung und zahlreiche Innovationen mit sich bringen. So gibt es ein Software-Center mit Bewertungs-Möglichkeiten für die Anwender. Zudem gibt es sehr gutes Backup-Tool, das es auch erlaubt die Liste der eingespielten Pakete zu sichern. Auch die Oberfläche präsentiert sich für Windows-Nutzer zugänglicher. Die aktuelle Version ist derzeit Linux Mint 11 "katya".

In der bald erscheinenden Version Mint 12 werden den Anwendern neue Möglichkeiten und personalisierte Einstellungen geboten werden. Neben Gnome 3 kann mithilfe der Mint Gnome Shell Extensions annähernd der Funktionsumfang und das Design UI von Gnome 2 hergestellt werden.
Ubuntu oder Mint?
Seit geraumer Zeit wird in der Linux-Community über die Auswirkungen und vor allem über die Gründe vom Fall Ubuntus und dem damit einhergehenden Aufstieg von Mint diskutiert. Eine populäre Theorie besagt, dass der Absturz von Ubuntu durch den Wechsel von Gnome auf das neue "Unity"-Interface eingeleitet wurde. "Unity" ist seit Ubuntu 11.04 ("Natty Narwhal") fixer Bestandteil der Distribution.
Doch diese Sichtweise ist keine sehr gute Erklärung für den Wandel in der Linux-Welt. Zum einen läßt sich die "Unity"-Oberfläche schnell und einfach wieder abdrehen und zur klassischen Oberfläche wechseln. Ein Blick auf die Grafik zeigt zudem, dass Ubuntu seit 2005 einen stetigen Rückgang erfahren hat. In diesem Zeitraum zeigten sich andere populäre Distros - wie etwa Dedian, Fedora und openSUSE - relativ konstant.
Ubuntu wurde zu populär
Nun scheint sich ein neuer Ansatz zu etablieren: Ubuntu wurde schlichtweg zu populär. Und die wachsende Verbreitung führte dazu, dass Ubuntu immer mehr Linux-Anwender ansprechen wollte und musste. Es entwickelte sich zu weit weg von seinen Wurzeln, so der Grundtenor in einschlägigen Linux-Foren. Mint hingegen scheint die Linux-Fans anzusprechen und die echten Linux-User dort abzuholen, wo es notwendig ist. Canonical Ubuntu hatte versucht den Mainstream zu bedienen und sich dadurch immer mehr von seinen Hardcore-Linux-Nutzern entfernt. Dafür wird nun der Preis bezahlt.
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