Der zunehmende Umgang mit dem Medium Internet stellt auch die Polizei vor neue Herausforderungen. Mit der steigenden Nutzung des Internets wächst weltweit auch die Internet-Kriminalität. Wurden vor zehn Jahren noch knapp über 600 Delikte gemeldet, so wurden im Jahr 2011 bereits über 5100 Fälle zur Anzeige gebracht. "Der globale Trend zeigt, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht" so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.
Im letzten Jahr wurde eine umfassende Cybercrime-Strategie gestartet. Diese sieht vor, dass zukünftig in der gesamten Polizeistruktur die Bekämpfung der Internetkriminalität einen Schwerpunkt einnimmt. 300 Präventionspolizisten wurden von Oktober bis November 2011 gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich in diesem Bereich geschult. Auf Bundesebene wurde das Cybercrime-Competence-Center, kurz "C4", als die zentrale Koordinierungs- und Meldestelle installiert. Modernste Ausbildung und Ausstattung stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die enge Vernetzung mit Wirtschaft und Wissenschaft. Die Servicestelle, die unter der Mailadresse against-cybercrime@bmi.gv.at erreichbar ist, wird von der Bevölkerung gut angenommen, so die Auskunft des Ministeriums.
Zwischen der Internet- und der Wirtschaftskriminalität besteht ein enger Zusammenhang. Dies zeigen auch die Zahlen der Kriminalstatistik. So stiegen im Jahr 2011 die Fälle von Betrug mit beziehungsweise durch Kreditkarten von 667 Anzeigen (2010) auf 1117 Anzeigen. Kreditkarten werden immer öfter von den Tätern als Zahlungsmittel im Internet missbraucht. "Hier setzen wir vor allem bei der Prävention an", so Generalmajor Gerhard Lang, Abteilungsleiter Kriminalstrategie im Bundeskriminalamt. "Denn diese Zahlen belegen, dass besonders bei der Bezahlung mit Kreditkarten im Internet Vorsicht geboten ist und jede und jeder Einzelne durch mehr Wissen sorgfältiger damit im Netz umgehen kann." Auch mobile Endgeräte stehen vermehrt auf der Liste der Angreifer: Täter bieten oft kostenlose Applikationen zum Download an, die einmal am Smartphone installiert, von jenen missbräuchlich verwendet werden.
Erfolge gibt es bei der Aufklärungsquote zu vermelden: Beim Betrug durch Kreditkarten stieg sie von 39,4 Prozent im Jahr 2010 auf 47,7 Prozent im Jahr 2011 und bei Betrug mit Mobiltelefonen blieb sie mit über 70 Prozent im Jahr 2011 konsequent hoch.
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