
Kurz vor der Parlamentswahl im Iran haben erneut viele Computernutzer in dem islamischen Land Probleme mit ihrem Internetzugang. Eine Woche nachdem E-Mail- und Networking-Seiten gesperrt waren, ist die gängigste Form der sicheren Internetverbindung gestört. Damit war der Zugang zu Angeboten wie E-Mail oder sozialen Netzen nur schwer möglich, weil viele dieser Seiten den weit verbreiteten Standard Secure Socket Layer (SSL) nutzen. Experten zufolge war die Blockade schwerwiegender als bei einem ähnlichen Fall vor einer Woche, bei dem schon Millionen Menschen betroffen waren.
"E-Mails, Proxys und alle sicheren Kanäle, die mit 'https' beginnen, sind nicht verfügbar", erklärte ein in Teheran ansässiger Technikexperte. "Die Situation im Hinblick auf den Zugang zu diesen Websites ist noch schlimmer als letzte Woche, da die VPNs nicht funktionieren." Viele Iraner nützen virtuelle private Netze (VPNs) oder spezielle Software, um die umfangreichen Internetfilter der Regierung zu umgehen.
Letzte Woche waren für Millionen Iraner E-Mail und Social-Network-Seiten gesperrt. Eine offizielle Erklärung für die Störung gab es nicht. Es wurde jedoch spekuliert, dass diese Sperre mit den für vergangenen Dienstag geplanten Protesten der Opposition zusammenhängen könnte und auf diese Weise Absprachen der Demonstranten über das Internet verhindert werden sollten.
Iraner hatten mit zunehmenden Schwierigkeiten bei der Internetznutzung zu kämpfen, seit Unterstützer der Opposition das Internet nutzten, um 2009 Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad zu organisieren. Am 2. März sollen im Iran erstmals seit 2009 Parlamentswahlen stattfinden.
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