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  • Artikel vom 21.02.2012, 15:47 Uhr

Digital-News

Update: 22.02.2012, 21:35 Uhr
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"Foxconn definitiv kein Modellunternehmen"

Kritik an Ausbeutung in China setzt Apple unter Druck


  • Auftragsfertiger arbeitet auch für Dell, HP IBM und Sony.
  • Langfristige Überwachung und Kontrolle gefordert.

Sarah Ryan (r) und Shelby Knox (Mitte) haben über 250.000 Unterschriften als Protestnote gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn an Apple übergeben. - APAweb/EPA

Sarah Ryan (r) und Shelby Knox (Mitte) haben über 250.000 Unterschriften als Protestnote gegen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn an Apple übergeben. APAweb/EPA

Peking. Wer wäre bereit, mehr für sein iPhone oder iPad zu bezahlen, damit es Arbeitern in China besser geht? Wären die Aktien von Apple noch so ein Renner, wenn die Gewinne kleiner ausfielen? Der Druck auf den kalifornischen Computerkonzern wächst mit jeder neuen Enthüllung über harsche Arbeitsbedingungen in den Fabriken in China, in denen die weltweit so beliebten Apple-Produkte hergestellt werden.

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Im Kreuzfeuer der Kritik steht sein taiwanesischer Hersteller Foxconn, der 1,2 Millionen Arbeiter in China beschäftigt - der neben Apple auch andere High-Tech-Firmen wie Dell, Hewlett-Packard, IBM oder Sony zu seinen Kunden zählt.

Serie von Selbstmorden
Die Vorwürfe sind heftig: Übermäßige Überstunden und Schichten mit 12 bis 15 Stunden, sechs oder sieben Arbeitstage pro Woche, monotone Arbeit am Fließband, militärischer Führungsstil und Kasernierung in überfüllten Wohnheimen auf dem Fabrikgelände. Der weltgrößte Elektronikhersteller macht schon seit zwei Jahren mit einer Serie von Selbstmorden unglücklicher Mitarbeiter von sich reden.

In einem investigativen Artikel der "New York Times" Ende Jänner warfen frühere Manager dem Apple-Konzern vor, nur an der Verringerung der Produktionskosten interessiert gewesen zu sein und bei Missständen ein Auge zugedrückt zu haben. Den Vorwurf der Ausbeutung will der neue Apple-Chef Tim Cook aber nicht auf sich sitzen lassen: "So sind wir nicht." Er trat der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, die sich weltweit für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, und verschaffte FLA-Inspektoren erstmals Zugang zu den sonst sorgsam von der Außenwelt abgeschnittenen Foxconn-Fabriken. "Wir sind der Überzeugung, dass die Beschäftigten überall auf der Welt ein Recht auf ein sicheres und faires Arbeitsumfeld haben", sagte Cook.

Langfristige Aufsicht verlangt
Chinesische Arbeitsrechtsexperten sind aber skeptisch, was bei der Untersuchung herauskommen kann. "Die Ergebnisse sind nicht glaubwürdig, wenn die Untersuchung nur durch eine Tour mit Führer über ein paar Wochen erfolgt", sagte der Arbeitsrechtler Huang Leping der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Es müsste eine langfristige Aufsicht geben und Ermittlungen ohne Einschränkungen."

Eine am Wochenende verkündete Lohnerhöhung von 16 bis 25 Prozent ist für den Anwalt und andere Experten auch nur der Versuch der Schadensbegrenzung in der PR-Krise von Foxconn. "Die öffentliche Diskussion hat die Gehaltsanhebung beeinflusst", glaubt He Xiaoxia von der Umweltschutzgruppe Green Beagle, die den Umgang mit gefährlichen Stoffen in den Fabriken angeprangert hatte. Ähnlich äußert sich der Arbeitsrechtler Shen Binti. "Es hat direkt mit den Ermittlungen zu tun." Es müsse auch abgewartet werden, wie sich die Anhebung des Grundlohns am Ende auf die gesamten Bezüge auswirke.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-21 15:49:23
Letzte Änderung am 2012-02-22 21:35:31


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