• 23. Mai 2012

  • RSS abonnieren
  • Wiener Zeitung auf Facebook
  • Auf Twitter verfolgen

Sie sind hier:


  • Artikel vom 24.02.2012, 17:09 Uhr

Digital-News

Update: 24.02.2012, 22:17 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Acta-Proteste in Europa: Die "Netzkinder" machen mobil


Von Gregor Kucera
  • Auch in Österreich demonstrieren Tausende am Samstag für freies Internet.

Die EU-Kommission reagiert auf die massive Kritik am ACTA-Abkommen gegen Produktpiraterie und läßt den Text vom Europäischen Gerichtshof überprüfen. Am Samstag werden europaweit dennoch Protestkundgebungen abgehalten werden.

Die EU-Kommission reagiert auf die massive Kritik am ACTA-Abkommen gegen Produktpiraterie und läßt den Text vom Europäischen Gerichtshof überprüfen. Am Samstag werden europaweit dennoch Protestkundgebungen abgehalten werden.

Wien. An diesem Wochenende werden in Europa zahlreiche Protestkundgebungen gegen das umstrittene Anti-Piraterie-Abkommen Acta stattfinden. Auch in (fast) allen österreichischen Landeshauptstädten - nur in Eisenstadt wird es keine Demonstration geben - sind Kundgebungen angemeldet. Auch wenn die EU-Kommission angekündigt hat, Acta von dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) prüfen zu lassen, werden, unterstützt durch das frühlingshafte Wetter, wohl tausende Demonstranten in Österreich auf die Straße gehen. Organisiert werden sie von der Piratenpartei, den Grünen, der "Initiative für Netzfreiheit" und der Sozialistischen Jugend. Europaweit rechnen die Organisatoren sogar mit mehr als hunderttausend Teilnehmern, wobei die größte Zahl bei den Kundgebungen in Deutschland erwartet wird.

Werbung

Die Ankündigung Acta vom EuGH prüfen zu lassen, was eine jahrelange Verzögerung der Ratifizierungen in den EU-Mitgliedsländern bedeuten würde, hat bei den Kritikern keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Stopp der Ratifizierung in Österreich bis zur Abstimmung im EU-Parlament sei ein erster Erfolg, auch innerhalb der Parteien regt sich der Unmut und macht sich ein Umdenken breit.

Kein Vertrauen in EuGH
"Die bisherigen Proteste haben den Druck auf die Politik bereits merklich erhöht. Der Plan, unter dem Deckmantel des Urheberrechtsschutzes eine grenzenlose Internetüberwachung und Kriminalisierung hunderttausender NetznutzerInnen zu betreiben, wurde aber immer noch nicht endgültig fallengelassen", begründet der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Wolfgang Moitzi die Teilnahme der SJ an den Protesten. "Das ist ein Anfang, aber noch lange nicht genug. Wir werden erst aufhören, wenn Acta gestoppt wurde", so Toni Straka, Sprecher der Piratenpartei Österreich. "Die Länder Europas halten gegen Acta zusammen - wir können etwas bewirken".

Die EuGH-Prüfung von Acta wird von der SPÖ-Delegation im EU-Parlament als "halbherziges Vorgehen" bezeichnet. Es sei "keine kritische Stellungnahme" von Seiten des EuGH zu erwarten, erklärte Delegationsleiter Jörg Leichtfried. Frühere Entscheidungen des EuGH hätten gezeigt, dass diese oftmals im Interesse der Wirtschaft fallen würden.

Nach anhaltenden Protesten der Bevölkerung wurde die Ratifizierung des Abkommens in Lettland, Polen, Bulgarien, Tschechien und der Slowakei gestoppt. Deutschland hat beschlossen, das Abkommen bis zur Klärung offener Fragen nicht zu unterzeichnen.

Die aktuellen Acta-Proteste sehen Experten als "Revolution der Netzkinder". Dieser Terminus Technicus bezeichnet jene Generation, die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen ist. Diese "surfen" nicht im Internet und das Internet ist für uns kein "Ort" und kein "virtueller Raum", sondern ein Teil ihrer Realität. "Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit", lautet der Wahlspruch. Der polnische Autor Piotr Czerski meint dazu: "Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit. Redefreiheit, freier Zugang zu Information und zu Kultur. Wir glauben, das Internet ist dank dieser Freiheit zu dem geworden, was es ist, und es ist unsere Pflicht, diese Freiheit zu verteidigen. Das schulden wir den kommenden Generationen."




Schlagwörter

Internet, Demonstrationen, ACTA

3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-24 17:14:02
Letzte Änderung am 2012-02-24 22:17:43


Beliebte Inhalte



Der ORF hat sich in der Causa Facebook auch an den Verwaltungsgerichtshof gewandt. Dieser könnte - trotz der Ablehnung durch den VfGH - noch aufschiebende Wirkung gewähren, ansonsten muss der ORF unverzüglich alle Social-Media-Aktivitäten einstellen. - APAweb
  • Nun ist Verwaltungsgerichtshof am Zug, sonst muss der ORF unverzüglich alle Social-Media-Aktivitäten einstellen.
  • weiter

Was verursachte die Panne, die den Auftakt zum Handel mit Facebook-Aktien um eine gute halbe Stunde verzögerte? Die US-Börsenaufsicht hat die Untersuchungen eingeleitet. - APAweb/Reuters/Thomas Hodel
  • Ernüchternder Börsengang von Panne überschattet.
  • Übernahme der Handy-App Karma gemeldet.
  • weiter

Das US-Justizministerium würde erneut Opfer eines Hacker-Angriffs. - Screenshot justice.gov Washington. Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist das US-Justizministerium Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Die Behörde räumte am Montag in...weiter

Apple bleibt die wertvollste Marke der Welt. Der US-Technologiekonzern habe seinen Markenwert im vergangenen Jahr noch weiter gesteigert und seinen 2011 erreichten Spitzenplatz verteidigt. - APAweb/Reuters
  • Apple-Boss ist der bestbezahlte Unternehmenschef in den USA.
  • Red Bull mit 10 Milliarden Dollar Markenwert auf Rang 80. Facebook nun Nummer 19.
  • weiter

 Es vereine damit die Vorteile von sozialen Online-Netzwerken und sozialer Suche, die auf der Auswertung von Suchergebnissen von Personen mit ähnlichen Interessen beruht. Hauptzielgruppe des Angebots sind demnach Studenten. - Screenshot: Archiv
  • Bisher stand das Netzwerk nur Informatik- und Designstudenten verschiedener US-Hochschulen offen. Nun könnten es alle Interessierten nutzen.
  • weiter




Werbung




Porträt Emilie Flöge, 1902
Gustav Klimt
Öl auf Leinwand

Vergessenes wurde wiederentdeckt. Im Naturhistorischen Museum freut man sich über die Belebung des Museums durch die Arbeit des Künstlers Daniel Spoerri. (Im Bild: "Austernschabracken-Pferdeskelett-Spießbock-Kümmerer" von Spoerri.) Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Werbung